ausstellung

Stammtisch. Suchtrupp. Gartenarbeit.

Stammtisch. Suchtrupp. Gartenarbeit.

Stammtisch. Suchtrupp. Gartenarbeit.
29.3. bis 18.5.2008

Stipendiaten des 13. Internationalen Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar

Kristin Lucas (USA), Yochai Avrahami (Israel)
Eine Koproduktion mit der Stadt Weimar.
Gefördert durch das Thüringer Kultusministerium,
die Sparkassenstiftung Weimar - Weimarer Land und die Stadt Weimar.
Mit Unterstützung des Förderkreises der ACC Galerie Weimar.

Das Internationale Atelierprogramm, das in Partnerschaft mit der Stadt Weimar ausgetragen wird, bot bisher 45 Stipendiaten aus 22 Ländern in Weimar Bleibe und Podium. 2008 geht es mit Asli Cavusoglu (Istanbul, Türkei), Muhammad Zeeshan (Lahore, Pakistan) und Hagen Betzwieser (Stuttgart) im Programm Von der Unbestimmtheit ins fünfzehnte Jahr. Stammtisch. Suchtrupp. Gartenarbeit. basiert auf dem 13. Internationalen Atelierprogramm (2007) namens AUSSEN VOR - ON THE OUTSIDE und wirft die Fragen auf, ob es ein "Außerhalb des Systems" geben kann, wie dieses aussehen könnte, wie man die richtigen Auswege findet, wenn man "außen vor" sein möchte und wie es ist, dort zu sein. Kristin Lucas (Oakland, USA) war in Weimar bemüht, mittels öffentlicher Gespräche und Online-Foren einen Suchtrupp zusammenzustellen, der das Außen definieren und erforschen sollte. Institutionellen Rückhalt gab ihr dabei ein transportables Miniatur-Museum, das John Erickson Museum of Art (JEMA). Sie stellt das Museum selbst und zahlreiche Beweisstücke ihrer Suche aus. Yochai Avrahamis (Tel Aviv, Israel) Video "Mistrust the parks" ist an der Schnittstelle zwischen fantastischer (Außen-) Welt und realer (Innen-) Welt angesiedelt. Mittels beweglicher Kunstfiguren kombiniert er Aspekte der Bildhauerei und des Freilufttheaters mit der Kultur der Irrgartenspiele in Parkanlagen. Die Errichtung und Zerstörung romantischer, "historischer" Gebäude (wie z. B. künstlicher Ruinen), mit der im Video spielerisch umgegangen wird, befragt u. a. unseren Umgang mit Geschichte, ihrer Konstruktion und Inszenierung.

Kristin Lucas, geboren 1968 in Davenport, Iowa (USA), lebt in Oakland, Kalifornien und ist in den Bereichen Digitalkunst, Video, Performance, Intervention und Installation zu Hause. Indem sie sich selbst ins Zentrum ihrer Projekte stellt, befasst sich Lucas mit der Komplexität unseres Verhältnisses zur digitalen Welt und den psychologischen Nebenwirkungen sich rasant und strohfeuerartig ausbreitender Technologien auf den Menschen. Das Aufzeigen von Grenzen und Transformationsprozessen und das Porträt stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Kristin Lucas verschiebt und strapaziert die Grenzen ihrer Kunstpraxis und animiert auf diese Art - weniger gezielt als zufällig - die Öffentlichkeit, sich an ihren teils absurden und von aktivistischem Geist getriebenen Projekten zu beteiligen. Deren Bandbreite reicht von Workshops zum Songschreiben für Mädchenbands über philosophische Debatten im Gerichtssaal bis zum Straßentheater mit improvisierten Radiosendungen und Special-Effect-Künstlern. In äußerst persönlich geprägten Arbeiten untersucht Lucas den psychologischen und körperlichen Raum der elektronischen Medien, um die Grenzen des Ich aufzuspüren und sich ihrer zu versichern. Das gängige Konzept, Maschinen Menschlichkeit einzuflößen, kehrt sie um und wendet stattdessen bekannte Strategien der elektronischen Medien auf ihr Leben an. Arbeitsgrundlage ist dabei der gemeinsam erfahr- und wahrnehmbare Raum des Körpers als Medium und als Herberge für ein Medium.

Yochai Avrahamis Arbeiten sind Versuche zur Positionierung in einer chaotischen Realität der Gegenwart, die der 1970 in Afula geborene, in Tel Aviv lebende, also in Israel / Palästina beheimatete Künstler tagtäglich erlebt und zu porträtieren versucht. Fokussiert auf politische und existenzielle Aspekte des Lebens, die an der Grenzlinie zwischen Kontrolle und Chaos angesiedelt und mit viel Humor und Vitalität angereichert sind, komponiert der Künstler seine Objekte, Installationen, kinetischen Wesen und handgemachten Apparate aus (Teilen von) industriegefertigten, alltäglichen Gebrauchsgegenständen sowie leichten, schlichten und instabilen Materialien wie Pappkarton, Epoxidharz oder Montageschaum. Stilistische Mittel wie Vervielfachung, Verkleinerung und Wiederholung kommen dabei oft zur Anwendung. Yochai Avrahami weitet den Begriff der Skulptur aus, indem seine Figuren beweglich sind, als mitwirkende Akteure zum Leben erweckt werden, denen eine Bühne geboten wird, die sie zu Darstellern kurzer, episodischer Performances macht, was wiederum - filmisch dokumentiert - später zur Aufführung kommt. Dabei assistieren dem Künstler zeitgenössische Strategien und Anwendungen aus verschiedenen Lebensbereichen wie Überwachungssatellitenfotografie, ferngesteuerte Militärroboter- Technologie, Slapstick und verschiedene Aufführungspraktiken im Welttheater unserer Spektakelgesellschaft bis hin zur Dokumentation von derlei Inszenierungen, wie in "Mistrust the parks" zu sehen.

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