plus zur Ausstellung LE SOUVENIR

Motiv in Augenhöhe: Eine künstlerische Intervention

LE SOUVENIR Le Souvenir
26.8. bis 28.10.2007


Eine Ausstellung des Kunstfestes Weimar in Zusammenarbeit mit dem Museum für Angewandte Kunst Frankfurt (Main) und der ACC Galerie Weimar Mit freundlicher Unterstützung der Hessischen Staatskanzlei und der Ambassade de France en Allemagne

Künstlerische Intervention im Rahmen des Kunstfestes Weimar 2007. Eine Kooperation mit der Fotothek, Fachgeschäft für vergessene Privatfotografien und der ACC Galerie Weimar.

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Die FOTOTHEK, das Fachgeschäft für vergessene Privatfotografien, ist eine Plattform für eine vergessene, private Bilderwelt. Auf Flohmärkten, im Sperrmüll oder bei Ebay gefunden, werden visuelle Hinterlassenschaften in Form von Fotografien, Dias und Fotoalben archiviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dieser vermeintliche "Bilderabfall" ist das Arbeitsmaterial der FOTOTHEK. Im Sinne eines "Bilderrecyclings" wird es aufgearbeitet, archiviert und wieder verwendet.

Für das Kunstfest 2007 wird die FOTOTHEK ihr Archiv in den Weimarer Stadtraum "ausführen". Gerade das diesjährige Thema der "pèlerinages"-- Reihe "Souvenir" erscheint als eine Einladung, vergessene Erinnerungsmomente in Form von anonymen Privatfotografien im öffentlichen Raum zu verorten. Das Archiv der FOTOTHEK verfügt über eine große Anzahl von Privatfotografien, die einst zu einer individuellen Lebensgeschichte gehörten, die nicht mehr erzählt wird. Eine Vielzahl dieser anonymen Bilder zeigen Menschen auf Reisen, die sich gern in unzähligen Variationen mit dem Sehenswerten fotografieren. Für den Augenblick: Kurz innegehalten. Position bezogen. Festgehalten. Für sich, für den anderen, die anderen. Letztlich eine inszenierte Pose für den ewigen Moment. Ein Andenken -- zum Andenken gemacht. Ein Foto-Souvenir. Ein Erinnerungsbild.

Innerhalb einer gezielten Neuverortung dieser typischen Bildkategorie werden die Personen, jung oder alt, paarweise oder in der Gruppe aus der ursprünglichen Szenerie herausgelöst. Ein Rückschluss auf den Ort der Aufnahme ist nicht mehr möglich. Im Mittelpunkt stehen nur noch die abgelichteten Personen mit ihren immer wiederkehrenden Gesten und Haltungen.

In Form von Projektionen an Hauswänden und Hausecken an verschiedenen Standorten in der Weimarer Innenstadt werden diese Personen mit Einbruch der Dunkelheit sichtbar. Die unterschiedlichen Portraits von Menschen, die in realistischer Dimension projiziert werden, fügen sich in die reale Szenerie des ausgewählten Ortes, der nicht unbedingt dem Typus des Sehenswerten entspricht. Für kurze Zeit tauchen sie auf und verschwinden wieder mit dem Tagesanbruch. Eine ungewöhnliche, neue Begegnung wird möglich -- die Entdeckung des Anderen, eines Gegenübers in Augenhöhe -- an alltäglichen, unscheinbaren Orten.

Die Projektionen werden vom 08. bis 16. September 2007 jeweils "fest" an verschiedenen Orten installiert. Dabei werden die Personenportraits wechseln und über den benannten Zeitraum immer wieder an anderen Orten zu sehen sein. Die genaue Anzahl der Projektionen ist bislang noch nicht geklärt, da sie abhängig ist von den organisatorischen und örtlichen Begebenheiten. Geplant wird derzeit mit 10 Standorten.

http://www.vergessene-fotos.de

ab Samstag, 08.09.2007 bis Sonntag, 16.09.2007

Fotos von der Aktion:

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