ausstellung

PING-PONG

PING-PONG

PING-PONG: Birger Jesch und Jürgen O. Olbrich
Die Bilanz einer 25jährigen Künstlerfreundschaft
27.1. bis 18.3.2007


Es erscheint ein gemeinsame Edition (Auflage 10 Exemplare).
Parallel zur Ausstellung finden vier Aktions-Veranstaltungen statt.
Die Ausstellung PING-PONG wird von der KULTURSTIFTUNG DES BUNDES, dem Thüringer Kultusministerium, der Stadt Weimar und vom ACC-Förderkreis gefördert.

Birger Jesch (Blankenhain) und Jürgen O. Olbrich (Kassel):
Die Bilanz einer 25jährigen Künstlerfreundschaft

Künstlerfreunde von Atelier zu Atelier, Seelenverwandte seit 25 Jahren, Networker, Spurensicherer und Konzeptartisten, die in ihr Tun Kollaborationspartner weltweit einbeziehen. Beide Künstler arbeiten mit Fundmaterialien, Methoden des Zufalls und Wort-Bild-Kombinationen, um ablaufende Zeit zu dokumentieren. Vor der deutsch-deutschen Wiedervereinigung wurde der Westkünstler mit Willkür, Zensur und subtiler Entmündigung im Osten vertraut; der Produzent im Osten hingegen lernte die zeitgenössischen Copy-Verfahren kennen und öffnete seinen Horizont für zeitgemäße künstlerische Arbeitsweisen.

Birger Jesch: Schwarz auf Weiß, o. T., 2004
Birger Jesch: Schwarz auf Weiß, o. T., 2004

Der Thüringer Birger Jesch gehört zu den Initiatoren der Mail-Art in der DDR, die mit den Mitteln der Postkarte und des Briefumschlags eine eigene Vernetzung und Öffentlichkeit herstellt, Teil der oppositionellen DDR-Kunst war und bis heute ist. Jesch hatte 1981 das Mail-Art-Projekt "Schießscheiben", die erste öffentliche Vorstellung eines freien internationalen Netzwerk-Projekts in der DDR überhaupt, in Dresden ausgestellt.

Birger Jesch: Schwarz auf Weiß, o. T., 2002
Birger Jesch: Schwarz auf Weiß, o. T., 2002

Jürgen O. Olbrich:<br /> 3 Kleine Freunde, Multiple, 1994
Jürgen O. Olbrich:
3 Kleine Freunde, Multiple, 1994

Der Hesse, Weltbürger und documenta-8-Künstler Jürgen O. Olbrich begann 1973 mit Fotokopierern zu experimentieren (berühmt ist seine Performance Fotocopy - Rock'n'Roll). Mail-Art, Copy-Art, Performance und Kommunikation in einem international weit verzweigten Netzwerk sind wichtige Aktions- und Arbeitsbereiche, in denen er dem profanen Informationsalltag eine künstlerische Seite abgewinnt. Über zwei Jahrzehnte existieren Olbrichs Unternehmen "No-Institute", sowie seine Künstlerzeitschriften "No News" und "Collective Copy".

Jürgen O. Olbrich: News Shoez, 1992.
Jürgen O. Olbrich: News Shoez, 1992.

Als Olbrich 1981 unterwegs nach Polen einen zweistündigen Abstecher nach Dresden wagte, begegnete ihm Jesch während eines illegalen Künstlertreffens in einer Privatwohnung. Jesch und Olbrich kannten sich damals über das internationale Mail-Art-Netzwerk bereits seit Jahren. Die Freundschaft der Beiden währt nun einen ähnlich langen Zeitraum nach der Wiedervereinigung wie vor diesem Ereignis, das ihrer Arbeitsbeziehung neue Wege offenbarte.

Birger Jesch:<br /> Artist Rubber Stamp Archive,<br /> Shozo Shimamoto, 1980-90
Birger Jesch:
Artist Rubber Stamp Archive,
Shozo Shimamoto, 1980-90

Für die ACC Galerie Weimar komponieren der Thüringer und der Hesse einen PING-PONG von 15 künstlerischen Situationen quer durch die Kunsträume. So kann einerseits die Entwicklung der Freundschaft erstmals über eine retrospektiv angelegte große Auswahl an Netzwerk- und Konzeptarbeiten verdeutlicht werden, gleichzeitig durch den informellen Netzwerkcharakter anhand der Arbeitsverfahren zweier Künstler 25 Jahre deutsch-deutscher und internationaler Kunstgeschichte nachgezeichnet und bis in die Gegenwart verfolgt werden. Neben eigenen Werkreihen und Projekten von Jesch (u.a. "Schlendergang", "Communication Breakdown", "Goethekreuz", "Schwarz auf Weiß", "Trikoloren" und "Artist Rubber Stamps") und Olbrich (u.a. "Paper Police", "Archiv der verlorenen Informationen" "News Shoez", "Das Wort-Schutz-Depot", "Klassikerkergrube" und "The Artists' Memory") stellen beide Künstler aktuelle gemeinsame Projekte zu den Themen Korrespondenz und deutsch-deutsches Netzwerk (u.a. eine Künstler-Briefmarken-Edition) vor und beziehen Gastkünstler aus vier Kontinenten in die Ausstellung ein.

Weitere Informationen:

    PING PONG
    PING-PONG: Birger Jesch und Jürgen O. Olbrich
    Die Bilanz einer 25jährigen Künstlerfreundschaft
    Eröffnung der Ausstellung in Anwesenheit der Künstler

    para.dox
    1 interdisziplinäre annäherung

    2 Autoren, 1 Musiker und 1 Malerin in Kommunikation mit Text-Collagen und einem Overhaed.
    Am Text: Wolfgang Zander (Potsdam) und Christian Hussel (Leipzig)
    An Posaune & Electronics: Frieder W. Bergner (Ottstedt)
    Am Overhead: Judith Ostermeyer (Leipzig).

    EINS, ZWEI, PERFORMANCE
    Ein Abend mit Norbert Klassen (Bern) und Jürgen O. Olbrich (Kassel)

    Ein Abend mit Norbert Klassen (Bern) und Jürgen O. Olbrich (Kassel)

    Wozu ist die Straße da?: **Streetart** - Kommunikation oder Pissmarke?
    Im Gespräch: Birger Jesch und die Aktivistin gegen Hass-Graffiti, Irmela Mensah-Schramm
    Gäste: Kathrin Schuchardt, Streetworkerin (Weimar), Peer Wiechmann, Leiter der Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus (Weimar), Color Violence, (Weimar)

    PING PONG - das Match zur Ausstellung
    Topspin, Sidespin, Spin, Konterball, Flip, Schupfball, in Deutschland, in China, in Russland, im kalten Krieg, diplomatisch; Medaillen, Revanche, Saison, im Keller, im Garten, zu Hause, im Freibad, auf Spanplatte oder Beton....

    'Sag mir, wo die Briefe sindů' - Mail Art und Postkontrolle in der DDR
    Dr. Lutz Wohlrab, Psychoanalytiker, Berlin
    Dia-Vortrag: "Sag mir, wo die Briefe sind ..." Mail-Art und Postkontrolle in der DDR; Anschließende Diskussion mit dem Künstler Birger Jesch über die die Erfahrungen der Mail - Art Szene in der DDR. Moderation: Alexandra Janizewski

    Druckstellen - Lesung, Performance, Wartekritzeleien
    Jürgen Gottschalk, Dresden

    "Druckstellen - Die Zerstörung einer Künstler-Biographie durch die Stasi" Der Mail Art-Künstler und Exinhaftierte liest, erzählt und erschüttert. No jury! No return! No fee!
    Jürgen Gottschalk sucht für den Abend im ACC noch eine Begleitung am Saxophon!

    1 TEATRO OMBRO - Erkundung des eigenen Schattens
    Workshopangebote für Schüler(innen) während der Ausstellung PING-PONG in der ACC Galerie Weimar mit dem Künstler Birger Jesch
    weitere Termine nach Absprache.
    Interessenten melden sich bitte in der ACC Galerie Weimar. Teilnahme frei!
    Kontakt: Mandy Lemmen

    2. Ausdrucksvielfalt im Mail-Art-Netzwerk
    Workshopangebote für Schüler(innen) während der Ausstellung PING-PONG in der ACC Galerie Weimar mit dem Künstler Birger Jesch
    weitere Termine nach Absprache.
    Interessenten melden sich bitte in der ACC Galerie Weimar. Teilnahme frei!
    Kontakt: Mandy Lemmen

    3. Bewegen im Mail-Art-Netzwerk
    Workshopangebote für Schüler(innen) während der Ausstellung PING-PONG in der ACC Galerie Weimar mit dem Künstler Birger Jesch
    weitere Termine nach Absprache.
    Interessenten melden sich bitte in der ACC Galerie Weimar. Teilnahme frei!
    Kontakt: Mandy Lemmen