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Dr. Sonja Neef: 'Politik des Übersetzens'

Sylvie Boisseau und Frank Westermeyer (beide Weimar/Genf): Take care

Take care

Retrospektive und neue Arbeiten.
Sylvie Boisseau und Frank Westermeyer (beide Weimar/Genf)

11.2. bis 3.4.2005
Di bis So 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Eintritt frei! Führungen nach Vereinbarung.

Eröffnung am 11.02.2005, 20 Uhr, ACC Galerie

Mit freundlicher Unterstützung der AFAA - Bureau des Arts Plastiques/Französische Botschaft, der Bauhaus-Universität Weimar, des Handwerks-Bildungszentrums Weimar e.V., von Stempel-Rabe, Weimar. Gefördert durch das Thüringer Kultusministerium, die Stadt Weimar und den Förderkreis der ACC Galerie.

Dr. Sonja A.J. Neef, Juniorprofessur Europäische Medienkultur, Bauhaus-Universität Weimar

Übersetzen heißt - wörtlich - über-setzen: von hier nach dort, von einem Ufer zum anderen wechseln, vom Heimischen ins Nicht-Heimische, von der Heimat in die Fremde. So gesehen meint Übersetzung auch die Begegnung mit dem Anderen als sprachliche und kulturelle Intervention. Reisende haben unentwegt mit Übersetzung zu tun. Sie befinden sich weder hier noch dort, weder im Schoß des Vaterlands noch mit einer Muttersprache gewappnet. Ihr Ort ist vielmehr jenes gefährliche Dazwischen; Take care ruft man ihnen denn auch zum Abschied nach. In ihrem Vortrag wird Sonja Neef die zentrale Figur der Take care-Ausstellung aus kulturwissenschaftlicher Sicht mit dem Begriff der Übersetzung in Dialog bringen. Übersetzung problematisiert den Begriff von Identität als einer stabilen oder gar puren Einheit des Subjekts mit der Staatsbürgerschaft, dem Boden, dem Blut oder der Abstammung. Denn in der Mobilität des Über-Setzens gerät so manche Idee und Ideologie von kultureller Identität ins Wanken. Wer übersetzt, ist nicht problemlos mit sich selbst identisch. Wer übersetzt, verandert. Und zwar nicht nur in ICE-Bahnhöfen oder Abflughallen. Denn genau genommen sind wir alle Reisende.

Sonja Neef ist Juniorprofessorin für "Europäische Medienkultur" an der Bauhaus Universität Weimar. Gebürtig in Belgien, studierte sie Niederlandistik, Germanistik und Philosophie in Köln und in Utrecht (NL). Nach mehrjähriger Tätigkeit an der Amsterdam School for Cultural Analysis (ASCA) promovierte sie bei Mieke Bal an der Universiteit van Amsterdam. Für ihr PostDoc-Projekt an der Faculty for Media and Arts in Amsterdam über "Handschrift im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit" erhielt sie den niederländischen veni-Preis. Sonja Neef ist Autorin von "Kalligramme. Zur Medialität einer Schrift" (2000) und Herausgeberin von "Travelling Concepts" (2001), Mieke Bal "Kulturanalyse" (2002) und "Sign Here! Handwriting in the Age of Technical Reproduction" (2005).

Mittwoch,16.02.2005, 20:00 Uhr, ACC Galerie;

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