Ausstellung:

Benjamin Bergmann

Schreien der Möwe


Benjamin Bergmann, München

Schreien der Möwe

Installationen

16.10. bis 28.11.2004, ACC Galerie. Di bis So 12 bis 18 Uhr, Do von 12 bis 21 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.
Eintritt frei! Führungen nach Vereinbarung (0179/ 66 74 255).
Mit freundlicher Unterstützung der STIFTUNGKULTURFONDS, der Stiftung Federkiel, des Thüringer Kultusministeriums, der Stadt Weimar und des ACC-Förderkreises.

Installationen

Benjamin Bergmann, Schreien der Möwe, 2004.<br /> Installation: Stahl, Verstärker, Hifi-Box,<br /> 430x500x280 cm, Hausfront, ACC Galerie.<br /> Foto: ACC
Benjamin Bergmann, Schreien der Möwe, 2004.
Installation: Stahl, Verstärker, Hifi-Box,
430x500x280 cm, Hausfront, ACC Galerie.
Foto: ACC

"Das Schöne an der Absurdität ist für mich die Nachhaltigkeit der Verwirrung. Irgendwann ertappt man sich darüber nachzudenken, ob nicht das Absurde doch mehr von der Wirklichkeit haben könnte als diese selbst."

Benjamin Bergmann, <br />'Fast-Food-Restaurant', 2004.<br />Installation: zersägter Eichenschrank, <br />Kunststoffteller, 5 Bohrmaschinen, Wasser<br /> und Haferflocken. Foto: ACC
Benjamin Bergmann,
'Fast-Food-Restaurant', 2004.
Installation: zersägter Eichenschrank,
Kunststoffteller, 5 Bohrmaschinen, Wasser
und Haferflocken. Foto: ACC

Benjamin Bergmann, der über sich sagt: "Tesafilm und Schrauben sind mein Himmel auf Erden...", ist Künstler, Architekt, Konstrukteur und Handwerker in einem - oft in der fertigen synästhetischen Plastik oder Skulptur - wie auch Regisseur und Hauptdarsteller von kurzen Happenings. Architektur, Material und Requisite, Licht, Ton und Aktion spielen in seinem Werk eine gleichermaßen wichtige Rolle. Dreidimensionale Gebilde und räumliche Situationen, bezogen auf einen architektonischen Raum, markieren seine Arbeiten. "Rohe Bretter und Balken, Motoren, Wind- und Soundmaschinen, gebrauchte Geräte, an denen die Spuren des Nutzungszwecks haften, das sind die Materialien, aus denen Benjamin Bergmann spektakuläre Skulpturen baut. Sie entstehen in spontanen Aktionen für einen ganz bestimmten Ort. Man denkt an Tatlins legendären Turm, dem Denkmal der III. Internationale von 1920, dessen Konstruktion ohne vorherige Skizzierung in seiner Vorstellung reifte und in collagenhafter Materialauswahl realisiert wurde. Oder an Kurt Schwitters, den Grenzgänger zwischen Kunst und Leben, der in der Vernetzung aller Gattungen und Materialien seinen "Merzbau" als begehbare Collage zusammenbaute. Benjamin Bergmann realisiert seine Arbeiten auch ohne Skizzen, er geht pragmatisch und ökonomisch vor. Dabei entstehen Installationen, mit denen er in einem vermeintlichen Balanceakt zwischen Spiel und Gefahr Grenzen auslotet. Es sind Raum füllende Konstruktionen, die zuweilen ein beängstigend lautstarkes Eigenleben entwickeln und die mit ihrer ambivalenten Wirkung zwischen maximaler Energie und Fragilität vielschichtige Assoziationen heraufbeschwören." (Anne Erfle)

Benjamin Bergmann, 'Teilchenbeschleuniger', 2004.<br />Installation: Holzbalken, Holzleisten, Motor, <br />Autoreifen, Neonröhren, 300x186x280 cm.<br /> Foto: ACC
Benjamin Bergmann, 'Teilchenbeschleuniger', 2004.
Installation: Holzbalken, Holzleisten, Motor,
Autoreifen, Neonröhren, 300x186x280 cm.
Foto: ACC

Die Arbeiten Benjamin Bergmanns gehen Künstler und Publikum gleichsam zur Hand, aktiv zu werden, Fehler zu ermitteln und wieder neue Fehler zu machen. Gemeinsam wird ein Weg beschritten, bis zu jenem Punkt, an dem die Kunst ihr eigenes Recht fordert: wenn unsere Ängste, Gefühle, Sinnfragen nicht mehr in Worte zu fassen sind und das Bild - auch in seiner Fragwürdigkeit - zur unersetzlichen Größe wird. Benjamin Bergmann: "Das Schöne an der Absurdität ist für mich die Nachhaltigkeit der Verwirrung. Irgendwann ertappt man sich bei dem Gedanken, dass eine gänzlich absurde Welt vielleicht viel schöner wäre." In Benjamin Bergmanns erster Solo-Ausstellung sind sieben Installationen zu sehen, die im Folgenden beschrieben werden.

Stallung 2002<br />Installation: Bretter, Neonröhren, <br />elektrischer Rasenmäher<br />240 x 300 x 280 cm<br />Foto: Benjamin Bergmann
Stallung 2002
Installation: Bretter, Neonröhren,
elektrischer Rasenmäher
240 x 300 x 280 cm
Foto: Benjamin Bergmann

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