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'GET RID OF YOURSELF', Bernadette Corporation, 2001-2003

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mit: Chloe Sevigny/ Werner von Delmont. 64 min. Regie, Buch: Bernadette Corporation, Die Ausstellung GET RID OF YOURSELF erhielt von diesem Film der Bernadette Corporation ihren Namen. Filmvorführung innerhalb der ACC-Ausstellung: Dienstag bis Sonntag 12.00/ 13.30/ 15.00/ 16.30 Uhr in der ACC Galerie,

GET RID OF YOURSELF heißt der Film der Bernadette Corporation, der während "einer Geschäftsreise (einem politischen Urlaub)" im Zusammenhang mit den Antiglobalisierungsprotesten in Genua im Sommer 2001 gedreht wurde und "in dem es um das Potential einer auf die radikale Ablehnung politischer Identität basierenden Gemeinschaft geht, und um einen neuen Horizont, an dem sich Ästhetik und Politik wiederfinden." (BC). Wie eingehend das fiktive Unternehmen dabei den Zusammenhängen zwischen Mode/ Lifestyle und radikalen Formen des Protests auf der Spur ist, macht eine lakonisch-überzogene Szene deutlich, in der Chloe Sevigny in einer spießigen Küche das Regelwerk zur Straßenschlacht auswendig lernt. Einige Auszüge aus anonymen Interviews, die während des Drehs geführt wurden: "Eine Bank zu zertrümmern ist ein sehr schönes Gefühl. Da fängt man endlich an zu lachen. Die Schreibtische und Arbeitsnischen abzufackeln, all diese peinlich auf 'menschenfreundlich' gemachten Arbeitsplätze. Ein Moment der Klarheit hilft dir bei deiner Entscheidung ... du begreifst, dass dieses Leben Scheiße ist und entscheidest dich, es in Flammen aufgehen zu lassen." - "Es gibt einen echten Unterschied zwischen den Bürgern und denjenigen, die nicht an diesen sozialdemokratischen Witz glauben. Das war klar und wurde mir immer und immer wieder bewusst. Und die Hubschrauber, die endlos über unseren Köpfen kreisten ... dieser nervöse Soundtrack. Eine verrückte Mischung aus einem 'Woodstock'-Gefühl - die Konzerte, die Imbissstände, T-Shirts, der ganze klassische linke oder Independent-Kram - und außen herum dieser total verrückt gewordene Polizeiapparat, all diese Bullen, die die Leute von ihren Lastern herunter mit so offenkundiger Feindseligkeit anstarrten. Dieser Wunsch, friedlich und unterwürfig zu sein, einfach miteinander klarkommen zu wollen, das hatte etwas dermaßen Absurdes ... in dieser Atmosphäre totaler Feindseligkeit. Ich glaube, wir waren die Einzigen, die das verstanden haben." - "Ich sah einen Bullen durch hundert friedliche Demonstranten rennen, um einem Jungen, der schwarz gekleidet war, den Schädel einzuschlagen. Und alle saßen einfach ruhig da und schauten zu. Gegen uns sind sie gewalttätig, aber nicht gegen die Bullen. Sie sagen: Verschwindet verdammt nochmal von unserer Demo, ihr gehört nicht hier hin! Es ist eine perverse Logik. Und sie können ausrasten vor Aggressivität. Sie sagen: Wir protestieren schon so lange, da wart ihr noch gar nicht geboren, und dank uns habt ihr überhaupt eine Kultur des Protests. Und ich sage: Vielen Dank für eure lahme Protestkultur, ich bin ja so dankbar! Und danke, dass ihr mir Platz lasst in eurer wunderbaren, alternativen Welt!"