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plus: Werner Sewing, Berlin:
Urbaner Vampirismus.

Vortrag und Gespräch anlässlich der Finissage

Städte sind immer noch in, Stadttourismus und Eventkultur zehren von den Mythen der Städte. Weimar lebt immer noch von Goethe, die Daimlerstadt in Berlin von der Legende "Potsdamer Platz". Stadtmarketing ist in der Ära einer "Ökonomie der Aufmerksamkeit" zusehends Bewirtschaftung des Imaginären. Ist die Simulation von Stadt angesichts ihres Erfolgs ein Problem? Verlieren wir Authentizität? Gibt es noch ein Original, von dem die Kopien zehren, oder kopieren nicht die Kopien längst nur noch Kopien? Sind nicht die Stadtbewohner längst Touristen oder Statisten in ihrer eigenen Stadt? Der Vortrag handelt von einer hoffentlich ganz nostalgiefreien Suche nach einer städtischen Kultur jenseits der Simulation. Ohne diese wäre, so die Vermutung, auch die Mythenvernmarktung sozial und ökonomisch bodenlos. Vampirismus ist ohne frisches Blut nicht denkbar.

Prof. Dr. Werner Sewing lehrt Architektursoziologie an der TU Berlin, ist Dozent an der Universität der Künste Berlin. Seit Januar 2001 Visiting Lecturer und Visiting Critic an der Architectural Association in London. Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Reihe "Bauwelt Fundamente", Birkhäuser Verlag. Im Dezember 2002 hielt er auf dem Symposium "Wie Architektur sozial denken kann", veranstaltet von der Stiftung Federkiel im Rahmen des Forschungsprojekts Halle 14 (Baumwollspinnerei Leipzig) den Vortrag "Stadt oder Themenpark? Zur neuen Verantwortung der Architektur".

Abb.: www.potsdamerplatz.net

Sonntag,06.07.2003, 20:00 Uhr, ACC

Eintritt: 2 €