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plus: Künstlertreff: Bjørn Melhus

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Mit Unterstützung des Programms Kultur 2000 der Europäischen Union
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Bjørn Melhus, dessen Arbeiten "America sells" in der ACC Galerie und "Again and Again" im Schillermuseum zu sehen sind, ist an diesem Abend Gast des ACC und spricht über seine Arbeiten und Projekte.

Melhus zählt zu den beachtetsten jungen Videokünstlern in Deutschland, in seinen jüngeren Arbeiten thematisiert er zunehmend globale, gesellschaftspolitische Zusammenhänge. Seine Figuren verkörpert er ausschließlich selbst.

Bjørn Melhus, geboren 1966, gehört der ersten Generation an, die mit dem Massenmedium Fernsehen aufgewachsen ist, die Wirklichkeit immer auch als virtuelle Wirklichkeit erfährt und die - bewusst und unbewusst - Identifikationsangebote aufgreift, die das Fernsehen bereithält. Melhus' Filme und Videos beschreiben die Spiegelung virtueller Bilder in der eigenen Person, beziehungsweise die "Auflösung des Fernsehens in das Leben, [und] die Auflösung des Lebens in das Fernsehen" (Jean Baudrillard), indem sie Geschichten von Menschen erzählen, deren Identitätssuche sich mit den Verführungen unserer medialen Realität verbindet. Seine Figuren legen Sehnsüchte und Wünsche offen, scheitern aber durch ihre Gefangenheit im eigenen, gespaltenen Selbst. Fast immer konzipiert er seine Arbeiten über den Ton, indem er auf gefundenes akustisches Material aus Filmklassikern, aus dem Fernsehen und der Popmusik zurückgreift, um dann seine imaginierten, narrativen Bilder - in ausgefeilter Choreographie - auf den Rhythmus dieser Klangkonstruktionen zu legen. Seine Figuren treten auf unterschiedlichen Realitätsebenen in Kommunikation miteinander, die sich jedoch immer als gebrochener Dialog aus endlosen Wiederholungen und verzerrten Textfragmenten gestaltet, da jedes vermeintliche Gegenüber zugleich ein Alter Ego ist.

Samstag,29.03.2003, 20:00 Uhr, ACC