ausstellung

über Menschen. Künstler

über Menschen
über Menschen

Mit Unterstützung des Programms Kultur 2000 der Europäischen Union
Mit Unterstützung des Programms Kultur 2000 der Europäischen Union

AES+F, Der Erlkönig, Katharinenpalast in<br> Zarskoje Selo bei St. Petersburg, 2001<br>Fotoinstallation (und Multimedia, AES)
AES+F, Der Erlkönig, Katharinenpalast in
Zarskoje Selo bei St. Petersburg, 2001
Fotoinstallation (und Multimedia, AES)

AES+F (Tatiana Arzamasova, Lev Evzovich, Evgeny Svyatsky + Vladimir Fridkes), Moskau. AES+F folgt dem Erlkönig-Mythos vom Raub der Jugend in der Moderne mit Videokamera und Fotoapparat durch verschiedene Länder. Sie zeigen zwei Videos aus Sankt Petersburg und Kairo sowie Fotos von den dortigen Performances. Die Künstlergruppe AES besteht seit 1997 und ist durch ihr "Islamic Project" weltweit bekannt geworden.

Bea Emsbach, Offenbach. Die Künstlerin, studierte Biologin, zeichnet mit roter Tusche durch medizintechnische Eingriffe manipulierte Körper und Mutanten, die uns mit dem, was heute in der Biotechnologie möglich ist, konfrontieren.

The Last Days Of Santa Claus, 2001<br>Öl auf Leinwand, 175x200 cm
The Last Days Of Santa Claus, 2001
Öl auf Leinwand, 175x200 cm

Biljana Djurdejevic, Belgrad. Die Künstlerin zeigt einen Zyklus von großformatigen Ölgemälden, die dem Leben der Heiligen gewidmet sind. Djurdjevics Heilige allerdings sind durchaus diesseitig und heutig, es sind die Idole einer säkularisierten Welt - trunkene Popstars, Durchschnittsbürger oder Weihnachtsmannkomparsen, die jeglichen Hinweises auf Transzendenz beraubt sind.

Jesús Galdón, Barcelona. Galdón zeigt eine Installation, die sich mit den Folgen der Globalisierung auseinandersetzt: Auf raumteilenden Landkarten sind weiße Flecken in Form menschlicher Silhouetten zu sehen, dort, wo die Bevölkerung abwandert. Im Gegenzug sind lebensgroße menschliche Gestalten im Raum verteilt, denen die Landkarten ihrer Herkunftsgebiete auf den Leib geschrieben sind.

Sarah Lewtas, Donegal. Die Künstlerin zeigt 10 Exemplare ihres Künstlerbuches, in dem die Geschichte der Menschheit als sprunghaftes Kontinuum in ein interaktives Leseobjekt, bestehend aus einem raffinierten Gefüge von Papierlaschen und Schlaufen, verwandelt wird.

Bjørn Melhus, Berlin. Dem Videokünstler geht es in seiner Arbeit "Again and Again" um die unendliche Reduplikation des menschlichen Körpers und deren mögliche Folgen. Dargestellt wird dies auf zunächst amüsante, dann aber doch beunruhigende Art und Weise mit dem Vokabular und der Ästhetik der Werbewelt. Die Arbeit "America Sells" entstand kurz nach der Währungsunion auf dem Berliner Alexanderplatz und ironisiert die merkantile Eroberung des Ostens.

Giovanni Manfredini, Modena. Manfredinis großformatige Bilder tragen alle den Titel "tentativi d'esistenza" - "Existenzversuche". Es handelt sich um Körperabdrücke des Künstlers auf von Ruß geschwärzte Flächen. Seine Arbeit ist in der Tat der Versuch eines Selbstentwurfes, der in körperlicher Konfrontation mit dem Feuer entsteht.

Alexandros Psychoulis, Nietzsche's Last Song, 2002/03<br>Computeranimation
Alexandros Psychoulis, Nietzsche's Last Song, 2002/03
Computeranimation

Alexandros Psychoulis, Athen. Der Künstler thematisiert in zwei Rauminstallationen auf der Basis von Computeranimationen die durch den Umgang mit den neuen Medien veränderte menschliche Wahrnehmungsfähigkeit: Diese erfolgt beständig auf unterschiedlichen Ebenen zur gleichen Zeit und verändert sowohl Quantität als auch Qualität der Perzeption.

Anne-Britt Rage, Oslo. Die Künstlerin präsentiert eine drehbare Bühne, die der Museumsbesucher besteigen kann, um selbst auf mehreren kleinen Puppenbühnen in vier interaktive Theaterstücke einzugreifen. Die Theaterstücke erzählen vier Geschichten, die in vier verschiedene Kulturkreise führen und deren spezifische gesellschaftliche Konfliktsituationen aufgreifen. Der Ausstellungsbesucher kann von seinem Standpunkt aus versuchen, Lösungsvorschläge in die Tat umzusetzen.

Silke Rehberg, Kunstdirektoren I:<br> F.-J. Verspohl, 2002 <br> Colorierter Ton, Höhe 107 cm
Silke Rehberg, Kunstdirektoren I:
F.-J. Verspohl, 2002
Colorierter Ton, Höhe 107 cm

Silke Rehberg, Sendenhorst. Die Bildhauerin hat fünf bedeutende Personen aus der Welt der Bildenden Kunst portraitiert und ihnen dabei Körper von Menschen aus nicht europäischen Kulturkreisen verliehen. So wird die Londoner Galeristin Annelie Juda zu einer afrikanischen Wasserträgerin und der Kunstprofessor Verspohl zu einem nubischen Krieger. Die Kulturmanager werden in kämpferischer Haltung dargestellt. Größe und Präsentation der Plastiken lassen diese zwar überlegen, aber dennoch verfügbar erscheinen.

Erik Schmidt: trench coat, 2002<br>Computerdruck mit Kugelschreiber <br>175x100 cm
Erik Schmidt: trench coat, 2002
Computerdruck mit Kugelschreiber
175x100 cm

Erik Schmidt, Berlin. Der Künstler setzt sich in seinen Plakaten, Drucken und Videos mit den Stereotypen auseinander, mit denen der zeitgenössische Mensch in den Medien dargestellt wird. Dabei geht es auch immer wieder um die Darstellung von Körper und Sexualität, um die idealen Lebenswelten, die wir uns selbst entwerfen und um das Gehabe, mit dem wir uns selber wichtig machen. Zu sehen sind u. a. eine Serie von Arbeiten zu "Suite and tie" sowie das Video "Anonymous Suitwatchers", die Accessoires der Männlichkeit thematisieren, die dem heutigen Mann von Welt als Attribute der Macht dienen und eine Anziehungskraft besitzen, die leicht in den Anspielungshorizont des Sado-Masochistischen verfällt.

Måns Wrange, Stockholm. Wrange zeigt sein Projekt "The average citizen", mit dem er auf der Grundlage statistischer Daten das Profil des schwedischen Durchschnittsbürgers erstellte und für diesen eine Entsprechung in der Realität suchte ("er" ist weiblich, vierzig Jahre alt, unverheiratet, mit einer bestimmten Schulbildung und einer entsprechenden Einkommensklasse). "Marianne" wurde ausgiebig zu einer Reihe von Themen befragt. Ihre originellsten Ansichten versuchte Wrange mit Hilfe der verschiedensten Strategien so bekannt zu machen, dass sie am Ende möglichst vom "Durchschnittsbürger" wieder geteilt werden. Das "Marianne-Projekt" dokumentiert Manipulationsstrategien und ihre Erfolge.