ausstellung

Andrea Dietrich: Perlen am Spieß

Blick in die Galerie
Blick in die Galerie

"(...) Architecture of Mind - Transfer handelt in Fläche und Raum von der Zeit und der Wahrnehmung von Veränderungen, sei es in der Realität oder in der Fantasie. Gleichzeitigkeit und Rhythmus sind durch die Buchseiten sowie in der künstlerischen Abwicklung der Raumfolge in der Galerie gegeben. Die Zweiergemeinschaft (Dornis/Hanke) entschloss sich zu einer komplexen Partnerarbeit in Planung und Ausführung. Ulrike Dornis und Jens Hanke entwickelten gemeinsam und zeitgleich ein Konzept für das ACC, einen Ausstellungs-Raum in zwei miteinander verbundenen Häusern, der die Geschichte(n) der Jahrhunderte atmet.

Blick in die Galerie
Blick in die Galerie

Der bestens nachgemessene Grundriss wurde zur Matrix für die weiteren Überlegungen und floss als gestalterisches Element ein. Die verschachtelten Galerieräume lassen mit etwas Vorstellungskraft Ähnlichkeiten zu unserem Hirn mit seinen Windungen, seinen Dunkel- und Helligkeitszonen unserer Erinnerung und unseres Seins zu. Voller Ecken und Kanten und simultaner Geräusche sind die Zimmer in ihrer unerwarteten Abfolge niemals ganz ergründbar.

Blick in die Galerie
Blick in die Galerie

Die auf große Papierbahnen gemalten Transformationen sind nur indirekt auf die Wand gebracht und funktionieren als Be-, Ver- und Entkleidung des weißen Urzustands der Galerie. Sie korrespondieren mit Sequenzen von Rahmensystemen und Wortspielen, benutzen die schon früher erdachten architektonischen Strukturen in Form von Brücken, Gasometern oder Schiffen. Jetzt vervielfachen beide in der Vergrößerung Balken, Pfeiler und Konstruktionen, stapeln sie ineinander, verdoppeln und verdreifachen deren statische Kräfte. Wiederho- lungen lassen Parallelverschiebungen in Folge zu, fordern sie geradezu heraus. Ein undurchdringliches Gewirr von Stützen, denen die Last fehlt, verliert sich im Raum. Die Galerie vermag so zum Kristallisationspunkt zu werden, in dem sich Zeiten und Illusionen vermischen und das Künstlerteam den Parallel-Mal-Schwung zum beherrschenden Emblem erhebt. (...)

Blick in die Galerie
Blick in die Galerie

In Verbindung mit Architecture of Mind - Transfer, dem "Parallel-Fall" aus Buch und Ausstellung, entpuppt sich die Kunst als labyrinthische Textur - Dornis und Hanke als Meisterin und Meister des mythischen Ariadnefadens, den sie imaginär an Stanislaw Lem weiterreichen. Die Geschichte von Ijon Tichy, der auf seiner siebenten Reise durch das All in mehrere Gravitationsstrudel mit Zeitschleifen gerät, soll Bild und Wort zusammenhalten. (...)

Blick in die Galerie
Blick in die Galerie

Farben und Strukturen sind komplizierte Abbilder - wovon? Es können Geradentransformationen, Spiralenmodule, Elektronendiagramme, Magnetfeldpartikel, Drahtgitterperspektiven, Parabolkurven, Möbiusbänder, Sternpolyeder, sphärische Krümmungslinien, Hyperboloide, Simulationsdetektoren, Wellen, Teilchen sein - alles Fragmente aus Theorien und Gedankenexperimenten, die nicht nur das Universum, sondern das Pluriversum wissenschaftlich zu erklären versuchen. Und dabei auch Begriffe, die sich zur Beschreibung des Gesehenen, den Erfindungen der Dornis-Hanke-Dualität, eignen. Es sind Bilder, die vom Gegenständlichen zum Abstrakten führen und umgekehrt, Kombinationen bedeutungsvoller und bedeutungsloser Zeichen in Gesellschaft einer Vielzahl persönlicher Wortfindungen und beschriebener Emotionen. Hochdramatische Verwicklungen sind nicht geplant, die Kompositionen sollen Vergnügen bereiten und Genuss."

Blick in die Galerie
Blick in die Galerie

Blick in die Galerie
Blick in die Galerie

Blick in die Galerie
Blick in die Galerie