ausstellung

ausstellung:
so wahr wie alles war war



http://www.molodiez.org/acc/
Trebor Scholz, New York
Videoinstallation und Interviews
10.11.2001 - 30.12.2001,ACC Galerie
Eröffnung am 9.11.2001, 20 Uhr.
Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet, Führungen jeden Sonntag 15 Uhr.
Eintritt: frei!

Mit freundlicher Unterstützung durch das Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Der in New York lebende deutsche Künstler beschäftigt sich mit Auswirkungen von Nationalismus und der Bedrohung der Bürgerrechte als Folge der Ereignisse seit dem 11. September. Neben der Internetarbeit "Look Closely" (http://www.thing.net/~sep11) sind Videointerviews und eine Diashow zu sehen. In "so wahr wie alles war war" begegnen sich Trauma, Hoffnung und der erschüttterte Glauben an Sicherheit von Kosovo Albanern in Pristina und Serben in Belgrad. Festgehalten in der Form von kurzen Videointerviews, dort aufgenommen im Sommer 2001, stehen diese Erinnerungen an die barbarischen Folgen von Nationalismus neben gerade geführten Gesprächen mit Weimarern. Eine Diashow sucht nach einem komplexen Verständnis der Flut von amerikanischen Flaggen, die derzeit die Vereingten Staaten heimsucht. Hilfloser Nationalismus, Trauer und die verbreitete Sprachlosigkeit lassen viele zu diesem bekannten Symbol der Sterne und Streifen greifen. Die Flagge wird zum kollektiven Ausdruck persönlicher Wunden, ist aber vor allem missbraucht zur Aktivierung von bedrohlichem Patriotismus. Die Flagge dient auch als Schutz für arabische Amerikaner und Muslims, die sich vor Angriffen von Mitbürgern schützen müssen. Amerikaner, deren Ursprung im Mittleren Osten vermutet wird, werden auf der Straße angespuckt, auf Grund ihres Namens entlassen, oder von ihren Vermietern auf die Straße gesetzt. Es gibt Fälle, wo arabischen Amerikanern das Recht auf medizinische Behandlung abgeschlagen wurde. Drei Araber wurden getötet. In Deutschland gab es ebenso zahlreiche Attacken auf Immigranten, deutsche Muslims und deutsche Araber. In den Vereinigten Staaten, ebenso wie in Deutschland, werden die derzeitigen Gefühle von Unsicherheit dazu benutzt, die Bürgerrechte von staatlicher Seite zu beschneiden. Die Internetarbeit "Look Closely", die Teil der Ausstellung ist, gibt dem Besucher die Möglichkeit, eigene Meinungen zu diesem Thema in ein Internetarchiv einzugeben. Trebor Scholz arbeitet als interdisziplärer Künstler in New York. Nach dem Studium in Dresden und London, absolvierte er das Whitney Independent Study Program in New York und lehrte als Professor für Neue Medien an der University of Arizona. Vor einem Jahr kuratierte er "Carnival in the Eye of the Storm", ein Programm über den Krieg in Kosovo. Kürzlich gewann er den internationalen Internetpreis der IG Metall.

Drei Videostills aus der Videoinstallation 'Look closely', Trebor Scholz, 2001
Videostill aus der Videoinstallation 'Look closely', parallel Aufnahme aus der Diaserie (Teilansicht, ACC Galerie), Trebor Scholz, 2001 Foto: Trebor Scholz


ACC Galerie Weimar im November 2001, Foto: Trebor Scholz

Im Oktober 2001 befragte Trebor Scholz arabische Amerikanerinnen, die im Arab Family Center in New York arbeiten, nach ihrer gegenwärtigen Situation. Diesen Interviews sind aktuelle Befragungen Weimarer Bürger über ihre Haltung zum Krieg in Afghanistan gegenübergestellt.

Wie stehen Sie zum Krieg in Afghanistan?
Wieviel Sicherheit braucht die Freiheit?
Sind Sie bereit, Ihre Bürgerrechte aufzugeben? Melden Sie sich zu Wort!


Weitere Informationen:

http://www.molodiez.org/acc/