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Hören ist Sehen

Fotografie, Text, Ton Gue Schmidt, Michael Geyersbach, Rainer Ganahl, Mark W. Sutherland u. a. (ca. 80 internationale Künstler)

Die Medienpartner ACC und Radio Lotte gestalten gemeinsam die Ausstellung Hören ist Sehen.

29.10.2001 - 04.11.2001

Eröffnung am Montag, 29.10.2001, ab 12 Uhr mit einer Themenstunde, gesendet von Radio Lotte (106,6) aus der ACC Galerie.
Mit dem mobilen Sendestudio werden vom 29.10. bis 2.11. aus dem ACC Live-Geschichten, Texte und Stücke der an der Ausstellung beteiligten internationalen Künstler gesendet.

Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Eintritt frei!

Gefördert von PRO HELVETIA Schweizer Kulturstiftung.

Michael Geyersbach, 'Anatomy of an Artist', Fotoarbeit zum gleichnamigen Hörspiel, 2001

LAUSCHANGRIFF AUF BILDWELTEN Aufgenommen wird überall Wenn das Projekt "Hören ist Sehen", erdacht von dem Österreicher Gue Schmidt, nach sechs Jahren zum zweiten Mal in Thüringen halt macht, kann man in der ACC Galerie Klänge, Bilder und Texte von mittlerweile über achtzig internationalen Künstlern einhören und einsehen. Die Rezeptionssphäre ist ein weiteres gestaltendes Element des Gesamtkunstwerkes. Mit seinen gestalterischen Rundumeingriffen innerhalb der Räume bietet sich aber beileibe kein Branchenmix, sondern das Angebot von genreübergreifenden Arbeiten im Einklang. Darüber hinaus wollen die Ausstellungs-macher in die Stadt ausschweifen und die Kommunizierbarkeit der Schau erhöhen. Radio Lotte, das nichtkommerzielle Lokalradio in Weimar ist Partner des ACC und macht es einerseits möglich, das Radio in der Galerie zu stationieren und von hier Klangskulpturen zu senden. Umgekehrt dürften die lang anhaltenden Töne vom täglichen Dauerprogramm ein größeres Publikum in die Galerie locken. Klangkunst und Massenkultur - das Radio nimmt die Bilder ernst. Der präsentierte Bildwechsel, gemischt mit musikalischen Selbstbekenntnissen und gedanklichen Textrealitäten, vereint Schwarzweißfotos fern und nah der Alltagsprosa. Die Verweise, die durch die Zeit in die Gegenwart hineinragen und vielleicht Kontinuität bedeuten, sind neu geordnete Fundstücke und Fragmente, Kreationen aus Geschichte und Geschichten. Zum Schluss soll der Klang der Stadt sich formen, entdeckt und aufbewahrt werden. Die ACC Galerie freut sich auf die bildnerische und elektronische Intervention in ihrem Haus. Wir hoffen, dass uns bei der Fülle des Angebots nicht Hören und Sehen vergeht, sondern die Animation glückt, ein Kunst- und Hörerlebnis gleichermaßen genießen zu können - ein großes Mosaik, an dessen Zusammensetzung so viele mitgewirkt haben, und einen Klangteppich, der an unterschiedlichen Orten gewebt und nun in einem im Stück aufgerollt wird. (Andrea Dietrich)

Der in Weimar ansässige Künstler Michael Geyersbach ist mit zwei Klang- und Fotoarbeiten an dem Projekt beteiligt. In "Tiesche" (russisch: Sei still) werden doppeldeutige Worte aus dem öffentlichen Kontext zu einem geflüsterten Sprachteppich, der im Dialog mit dem Atem einer Schlafenden steht. Die Arbeit entstand 1997. Eine zweite Arbeit von Geyersbach erlebt während der Ausstellung ihre Premiere: "Anatomy of an artist", entstanden 2001. Eine Klangskulptur in Form einer anatomischen Versuchsanordnung. Stimme und Körper sind dabei getrennt. Was macht die Stimme ohne ihren Körper? - sie möchte sich an ihren Körper erinnern. Was macht der Körper ohne die Stimme? - er möchte über den Verlust seiner Stimme sprechen. Die Versuchsanordnung ist eher poetisch als physikalisch und besteht aus einem "anatomischen" Text, der von der Stimme einer klassisch ausgebildeten Sängerin gelesen (und interpretiert) wird. Den Part des Körpers übernimmt ein Violoncello. Der Körper agiert anarchisch. Die Stimme bleibt am Text (Stimme Courtney Bray, Violoncello Christina Meißner).

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