ausstellung

Pressemitteilung

orientale 1. Recherchen Expeditionen Handlungsreisen.
15. Juli - 2. September 2001

Nicolai Angelov, Ayse Erkmen, Enrique Fontanilles/Tadeus Pfeifer, Gunda Förster, Rainer Ganahl, Norbert W. Hinterberger, Candida Höfer, Donatella Landi, Susanne Lorenz/Sven Kalden, Manfred Pernice, Beate Terfloth, Rirkrit Tiravanija, Young Hay

Die Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, den 15. Juli 2001, 11 Uhr. Es begrüßen Andrea Dietrich und David Mannstein, es sprechen die Schirmherrin Frau Prof. Schipanski, Thüringer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Herr Prof. Bauer-Wabnegg, Rektor der Bauhaus-Universität, Herr Herbstreuth, Kurator.

Zum Projekt Zum zweiten Mal wurde die Sommerausstellung gemeinsam mit der Bauhaus-Universität auf die Beine gestellt. Zum ersten Mal unter dem gemeinsamen Dach. Dieser wirtschaftliche Umgang mit Kultur-Energie stößt auch in Erfurt auf Zustimmung, so dass Frau Ministerin Prof. Schipanski die Schirmherrschaft übernommen und den Katalog zusätzlich großzügig unterstützt hat. Wie immer suchen wir den Kontakt zu bedeutenden Menschen der Kunstszene: Diesen Sommer wurde der Kritiker und Kurator Peter Herbstreuth (Berlin) mit ins Boot genommen. Idee und Konzept zur Ausstellung stammen maßgeblich von ihm. Die beteiligten Künstler sind international agierend und bekannt von großen Ereignissen wie den Biennalen in Venedig, Lyon und Berlin, und renommierten Häusern wie dem Hamburger Bahnhof Berlin, dem Guggenheim Museum New York, der Kunsthalle Basel.

orientale 1 handelt von Recherchen, die Künstler, Händler, Wissenschaftler in den Ländern Asiens ­ dem alten Orient ­ unternommen haben. Zusammen mit dem Katalog zeigt sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten von künstlerischem, vermittelndem und wissenschaftlichem Arbeiten in der Auseinandersetzung mit Fremdem.

Entsprechend wurden die Beiträge ausgewählt. Erstes Kriterium für die Auswahl der Künstler war: dort gewesen zu sein (kein imaginärer Orient); zweites Kriterium: adäquate Transformation (was adäquat ist, darüber lässt sich streiten, bestimmt aber die Qualität der Beiträge); drittes Kriterium: noch nicht veröffentlichte Arbeit (was sich nicht gänzlich einlösen ließ).

Mit einer Ausnahme sind alle Beiträge in den Ländern Asiens oder als Reaktion auf einen Aufenthalt in diesen Ländern entstanden. Besonders freuen wir uns, dass der Kunsthändler Friedrich Spuhler für dieses Unternehmen begeistert werden konnte, ist doch der Handel allgemein und besonders mit Kunst eine ungemein produktive Tätigkeit, was das Ansehen und das Bild der Länder anderswo betrifft. Ebenso sind wir erfreut, mit Unterstützung des Museums für Völkerkunde Dresden und des Ethnologischen Museum Berlin Photographien von Hermann Burchardt (1857-1909) zeigen zu können; er war der erste visuelle Chronist des persisch-arabischen Golfs. Der Schwerpunkt von orientale 1 liegt auf Gegenwartskunst, doch Abweichungen beleben die Regeln.

Im Katalog haben wir darauf geachtet, die künstlerischen Arbeiten so wenig wie möglich mit Deutungen zu belasten. Die visuellen Beiträge der Künstler werden entweder mit einem Interview oder mit einem Text der Künstler selbst eingeleitet. Sie stellen Entstehungszusammenhänge her, suchen Interpretationen des visuellen Werks zu meiden und figurieren als Korrespondenz-Erzählungen. Das Erinnerungsvermögen von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst ist meist kurz. Die Beiträge der Wissenschaftler im ersten Teil des Katalogs fundieren das Gedächtnis und stellen den Bezug zur Gegenwart her. Denn die kleine Ausstellung zum kulturellen Transfer steht unruhig auf den Schultern von Riesen, die einst selbst auf schwankendem Boden standen, aber weiter und anders erst zu schauen ermöglichen.