ausstellung

Aussenaufnahmen

(Andrea Dietrich, David Mannstein)

Rainer Ganahl, Please, teach me Albanian,  Punjabi, Turkish, Vietnamese, seit 1999. "Wer nicht reist, kennt den Wert der Menschen nicht', sagte Ibn Battuta, der unermüdliche arabische Wanderer, der aus lauter Lust an der Sache von Tanger nach China und wieder zurück ging. Aber Reisen trägt nicht nur zur Entfaltung des Geistes bei. Es formt ihn. Von Weimar aus in die Ferne zu streben, ist für die Ortsansässigen nicht abwegig, eher konsequent. Ihnen und den nach Weimar Reisenden, die wiederum hier das Besondere suchen, präsentiert das ACC mit seinen inzwischen traditionellen Sommerausstellungen internationale zeitgenössische Kunst. Rainer Ganahl, Please, teach me Albanian, seit 1999. Die "orientale 1" ist willkommener Anlass für das erste gemeinsame Projekt von ACC Galerie und Universitätsgalerie unter einem Dach. Die Ausstellung mit ihrem Katalog nimmt Kurs durch Ideen- und Zeitgeschichte des Reisens und verknüpft künstlerische mit literarischen, wissenschaftlichen und sammlerischen Aspekten. Die Projektidee kam von Peter Herbstreuth, der - selbst reisend - den fahrenden Künstlerinnen und Künstlern auf der Spur war. Es geht um Reisen und Fortsein, um künstlerische Pilgerfahrten und Dienstreisen, Studien- und Arbeitsaufenthalte in der Fremde. Künstler, Forscher, Sammler und Händler übernehmen die Rolle von Reiseführern oder -bekanntschaften. Sie berichten von ihrer Sehnsucht nach neuen Orten, erwähnen den Drang nach Bewegung oder das Bedürfnis, einfach weg zu wollen, um unterwegs zu sein. Titel und Thema umschließen in weit gefasstem Rahmen die Nähe zur Ferne, den Sinn für Wagnisse und andere Kulturen, für das Bekannte und Unbekannte im Fremden. Der geografische Raum erstreckt sich über tausende Kilometer. Orte, Menschen und Ereignisse verschmelzen. Herzlichen Dank an alle Mitreisenden für das Einbringen ihrer Erfahrungen, mit deren Hilfe die Karawane glücklich auf den Weg gebracht werden konnte. Ein großes Dankeschön ebenso an diejenigen, die das vorliegende Fahrtenbuch füllten. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen ... Die Zuhörer oder Zuschauer erfahren dann oft mehr über die Erzählenden selbst als über deren Reiseziele. Denn jede Reise ist auch immer eine Reise ins Ich, an die Grenze zur Ferne.