ausstellung

ausstellung:
jahrgang fünfundsechzig - alterserscheinungen?

Reneé Ridgway/Amsterdam,
Naomi Tereza Salmon/Weimar,
"Daniel Schürer"/Hildesheim
Verschiedene Medien zum Thema der Gemeinsamkeiten einer Generation.
Eröffnung am Freitag, dem 10.11.2000, 20 Uhr, ACC Galerie. Vorwort: Andrea Dietrich. Nachtanz: Freitag, den 10.11.2000, ab 22 Uhr, ACC Galerie mit DJ I.p. ole.3
11.11. bis 31.12.2000. Dienstag bis Sonntag,12 bis 18 Uhr. Führungen jeden Sonntag 15 Uhr.
Für die freundliche Unterstützung bei Realisierung dieser Ausstellung dankt die ACC Galerie dem Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Stiftung Kulturfonds.

1965 eröffnete die USA den Bombenkrieg gegen Nord-Vietnam, überreichte Queen Elizabeth II. den Beatles den Empire-Orden, wurde Malcolm X bei einer Rede im New Yorker Viertel Harlem erschossen, schwebte der sowjetische Kosmonaut Alexej Leonow als erster Mensch frei im All. 1965 gabs die erste Lotto-Ziehung im deutschen Fernsehen, Walter Ulbricht weilte in Ägypten, wurde die Antibabypille zugelassen und Louis Armstrong in Berlin und Leipzig umjubelt. Der Aufsatz "Das Problem der Generationen" von Karl Mannheim (Zürich, 1928), schildert den Erfahrungszusammenhang eines gemeinsamen Lebensgefühls durch eine gemeinsam erlebte Zeit, handelt von eigenen Erfahrungen, von dem, was Menschen einer Generation miteinander verbindet. Es sind kollektive, gesellschaftliche wie politische Erfahrungen, erlebte Ereignisse, deren neue Qualtät ist, dass man auf sie nun wie auf die Geschichte aus einem Lehrbuch zurückblicken kann. Im Alter von 25 Jahren erlebten die eingeladenen Künstler die Wende, den Zusammenbruch des Kommunismus, die Beendigung des Kalten Krieges. Mit fast 35 Jahren sind sie Zeugen der Milleniumsdebatte. Mitten im Zeitalter der Reproduzierbarkeit aufgewachsen, erfuhr ihre Selbstreflexion durch Fotokamera, Super 8 und Video (durch Eltern, Freunde, die Personen selbst) eine bislang nicht dagewesene Dichte. Als Teilnehmer an der Konsumkultur verbindet sie ein gemeinsames Repertoire an Produkt- und Warenästhetik (Mode, Inneneinrichtung, Musik, Werbung), das das visuelle Gedächtnis und den Versuch, eine eigene künstlerische Sprache zu finden, prägte. Eine Generation ist nicht dadurch gekennzeichnet, dass ihre Protagonisten im selben Jahr geboren wurden. Das gemeinsame Geburtsjahr bildet dennoch Anlass, Spezifika einer Altersgruppe, der auch die Ausstellungsmacher angehören, als Abschnitt einer Generation herauszufiltern. Ausgehend von dieser formalen Vorgabe werden drei Künstler, die 1965 das Licht der Welt erblickten, verschiedene räumliche Situationen innerhalb der Galerie bespielen.

Daniel Schürer hat innerhalb der ACC-Ausstellung wieder einen Kunstraum in Weimar eröffnet (daniel schürer, 65er - rauminstallation, 2000). Dessen Wände wachsen allmählich zu, bestückt mit Nachrichten und Überlebenszeichen von 65igern. "Ich bitte Sie um Mitarbeit. Ihre Erscheinungen, Ihre Erfahrung, Ihre Bilder. Direkt in den Ausstellungsraum. Per Post - Per Fax. Ich wäre Ihnen dankbar. D. Schürer." Adresse: Kunstraum Schürer zu Gast. ACC, Burgplatz 1+2, 99423 Weimar. Fax 03643/851263

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