ausstellung

Annette Hülsenbeck, Wuppertal:
Handtaschen - offen getragene Geheimnisse

zur Ausstellung unter der hand

Handtaschen: Waffe, Accessoire oder weibliches Statussymbol? Wo fangen Frauen an und wo hören sie auf? Ein anschaulicher Vortrag zu Taschen und womit "sie" zu tun haben: "Taschen haben mit Körper-Orten und Räumen zu tun. Sie sind getragene Accessoires, die sichtbar machen, daß ein Übergang stattfindet, von einem Raum in einen anderen - von 'zu hause' in die Öffentlichkeit; in der Tasche wird dann das getragen, was für diesen Übertritt notwendig scheint, ein Stück Intimität wird mitgenommen. Taschen als Accessoire sind selbst ein getragener Raum, ein Gehäuserest, der - in der Entwicklung der weiblichen Handtasche speziell im 20. Jhdt. - auf die Bezogenheit der Frauen aufs Haus (Innenraum) verweist, ein 'sperriges' Objekt, das es verunmöglicht, die weibliche Silhouette in gleicher Weise als geschlossene Einheit zu gestalten wie die männliche Kleidung, die Tasche als nicht integrierbarer 'Rest'." (Annette Hülsenbeck)

Annette Hülsenbeck (*1950) ist Textil- und Bekleidungswissenschaftlerin. Seit 1976 Lehrtätigkeit an der Universität Osnabrück im Fach Textil. Forschungsschwerpunkte: Kleidung in literarischen Texten; Kleidungsstücke und Accessoires: Gestalt und Aussagekraft körpernaher "Sachen"; Kleid(er)kunst. Videoinstallationen zu "Kleidergrenzen/ Körpergrenzen" (Münster 1999), "LebensMuster - Biographien in Stoff"; In Kooperation mit dem Tanz Theater Irina Pauls "Schnittmuster - Kleider - Körperräume und Bewegung".