ausstellung

wir waren die neue horde

ausstellung
Bodo Korsig, Trier/New York
Eröffnung am Freitag, 8.10.1999, 20 Uhr. Ausstellung vom 9.10. bis 28.11.99
Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Mit dem gebürtigen Zwickauer Bodo Korsig verbindet die ACC Galerie eine langjährige Zusammenarbeit. Von Katalogen begleitete Einzelausstellungen stellten verschiedene Male seine großformatigen, auf Papier oder Leinwand gedruckten Holzschnitte in Korrespondenz mit seinen raumgreifenden, schwarzen Objekten aus Holz oder Pappe vor. In den letzten Jahren pendelte Korsig zwischen der Kunstmetropole New York, wo er im Rahmen des "International Studio Programs" ein Atelier nutzen konnte, und Weimars Partnerstadt Trier, wo er an der Europäischen Akademie eine Dozentur innehat. Ausstellungen präsentierten seine Arbeiten einer internationalen Öffentlichkeit in Europa und Übersee. Die aktuelle ACC-Exposition zeigt Ergebnisse seiner zweijährigen Beschäftigung mit literarischen Arbeiten, darunter zwei zu den lyrischen Texten "die neue horde" von Scardanelli und "Letter from Marina" von John Yau entstandene Künstlerbücher. Ähnliche Motive verwendet der Künstler auch für große Wandarbeiten, die sich zwischen seinen oft gewählten Themen Schicksal, Erinnerung, Leidenschaft, Besessenheit und Angst bewegen. Auf Leinwänden und Papieren lotet er dabei mit seiner klaren, symbolträchtigen Formensprache die Spannungsfelder zwischen extremen Schwarz-Weiß-Kontrasten aus. Sein New Yorker Galerist Garner Tullis beschrieb Korsigs künstlerisches Spektrum als "das große Spiel des Lebens, gespiegelt in einzelnen Mikrokosmen".

noch ein Text:

Seit zwei Jahren kombiniert der aus Zwickau stammende und in Trier und New York lebende Bodo Korsig seine Holzdrucke mit Texten unterschiedlicher Autoren. Die daraus hervorgegangenen Künstlerbücher "die neue horde" von Scardanelli und "Letter from Marina" von John Yau werden in der Ausstellung vorgestellt. Drei Blattmotive aus den Büchern produzierte Korsig auch im Großformat (250x350 cm) auf Leinwand. Da es Druckpressen in solchen Größen nicht gibt, benutzt Korsig eine Straßenwalze als Werkzeug, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit, nicht im Sinne einer Performanceaktion, zu drucken. Die Drucke werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Vierzehn dieser Leinwände sollen im kommenden Jahr in Museen in Neuseeland und den USA gezeigt werden. "...wellenförmige Linien und Ranken sind ein wesentliches Merkmal von Korsigs jüngsten Arbeiten. Sie lassen an unregelmäßig von Drähten gehaltene Objekte denken, an Schoten, die aus fragilen Stengeln emporwachsen, an niedere Organismen, die haltsuchend ihre Tentakel ausstrecken." (Dr. Robert Saltonstall Mattison). Hier ein Auszug aus Scardanellis lyrischemText "die neue horde": "wir kamen aus dem unabwendbaren/wir fielen ein in das Land/löschten alles erinnern aus und farben der vergängnis/verbrannten wälder und äcker/glühten die wasser aus/brachten seuche in die körper/schlachteten alte und kinder/überrollten die Leiber/sprengten die städte die hügel/schändeten die frauen/aßen ihr fleisch wir erbrachen uns/und tranken das blut ihres schweigens/wir rissen die erde auf/wir warfen die schädel der männer hinein/wir schrien in diese stille/in diese asche in diese angst/wir waren die neue horde..."