ausstellung

'Asian Sleaze' und 'Some Prefer Nettles'.

kabinettausstellung
Kleine Galerie
"Asian Sleaze" und "Some Prefer Nettles".
Fotografien und Video.
Dimitrios Georges Antonitsis (Athen)
19.2. bis 21.3.99.
Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr.
Eintritt frei!

Dimitrios Georges Antonitsis (*1966) der erste Stipendiat des 5. Europäischen Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar, das 1999 unter dem Thema hautnah veranstaltet wird, zeigt gleich zu Beginn des Aufenthaltes in seiner Gaststadt neueste Werke, die er im letzten Jahr fertigstellte. Mit der Serie "Asian Sleaze" ("Asiatischer Schmutz") war Antonitsis bestrebt, eine ihn faszinierende Grauzone von interkulturellen Mißverständnissen, die aus ethnischen, sprachlichen und moralischen Unterschieden zwischen Osten und Westen erwachsen, zu untersuchen und offenzulegen. In der japanischen Öffentlichkeit ist die Erwähnung jedweder Sexualität tabu. Sobald sich Gespräche darüber andeuten, wird sofort unterbrochen: "Wir haben solche Wörter nicht" oder "Wir sagen nie solche Dinge" sind die Reaktionen. Dennoch entdeckt man bei aufmerksamer Beobachtung der Szene schnell eine faszinierende Geheimsprache für erotische oder pornographische Themen, genannt "Ingo". Die verschiedensten sexuellen Praktiken werden mit exotischen und blumigen Wörtern umschrieben, die interessante Verdrehungen von Assoziationen in sich bergen. Die Bilder der dargestellten ersten japanischen GoGoGirls stammen aus einem Katalog der frühen siebziger Jahre. Die Tänzerinnen arbeiteten in der Nichigeki-Music-Hall, einem berüchtigten Tokioter Nachtklub, in dem sich die Szene geheimerweise traf. Diese transsexuell wirkenden Ladies ahmen mit ihrer Kleidung, dem Make-Up und ihren Gesten Klischees europäischer Cabarets nach. Ihre Darbietungen koppelt Antonitsis mit passenden Beispielen der Geheimsprache "Ingo". Damit offenbart sich der Kern seiner Beobachtungen und deren künstlerische Umsetzung: er versucht beide, das westliche und das asiatische Publikum, für die gezeigte Entlarvung von sprachlichen und ästhetischen Tabus zu sensibilisieren. Bei der Arbeit "Some Prefer Nettles" ("Manche mögen Brennesseln") vermischt Antonitsis Sex-Szenen aus berühmten japanischen Filmen mit Sequenzen einer Traumlandschaft. Die Filmszenen bewegen sich zwischen traditionellen erotischen Ritualen und dem von westlichen Stereotypen geprägten Sexleben der heutigen Japaner. Tade kuu mushi = anything goes = alles ist möglich!