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plus zur Ausstellung

Im Rahmen der Ausstellungen des ACC erfahren Sie in Vorträgen und anschließenden Gesprächen von Laien, Wissenschaftlern oder Fans wissenswertes und ergänzendes zu den jeweiligen Ausstellungsthemen, Kunstrichtungen oder verwendeten Materialien und Arbeitsstilen der ausstellenden Künstler. Zur Ausstellung mächtig gewaltig stehen folgende Vorträge auf dem Programm: System for Dramatic Feedback
Körper, Identität und Wahnsinn in den Videoinstallationen Tony Ourslers.
Vortrag von Sabine Flach, Kassel.
Der 1957 geborene Videokünstler Tony Oursler - Arnold Bode Preisträger 1996 und seit der documenta 8 kontinuierlich alle fünf Jahre in Kassel zu sehen - präsentiert in seinen Videoinstallationen seltsam anthropomorphe Gestalten, Puppen und Dummies, die er selbst als "the most paranoid" bezeichnet. Ist es ein Kennzeichen der zeitgenössischen Kunst, daß zunehmend figurale Formen verwendet werden, die im Sinne einer Auflösung, Fragmentierung oder Ersetzung zu erklären sind, kann man diese Entwicklung als das äußere Bild eines sich immer stärker ausdifferenzierenden Subjektbegriffs verstehen. Der fragmentarische Körper kündet vom Ende einer Selbstkonstitution, die sich selbst als Einheit - als autonome Entität - denkt. die Thematisierung der individuellen Befindlichkeit in einer zunehmend an Medien orientierten Gesellschafft stellt eines der wesentlichen Bezugsfelder für Tony Oursler dar. Der Künstler inszeniert in komplex arrangierten Räumen für die Rezipienten seiner Kunst Treffen mit diesen "Figurenkörpern" und ermöglicht dem Betrachter so die Begegnung mit seinem Alter Ego als einer fragilen Identität aus Emotionen, Wünschen und Ängsten. Tony Oursler organisiert seine Kunst damit zu einer Projektion für das Selbstverständnis des Betrachters. So soll im Vortrag am Beispiel ausgewählter Videoinstallationen des Künstlers der vieldiskutierten Identitätskrise des postmodernen Menschen nachgegangen werden. Sabine Flach, M.A., geb.1965, hat Kunstgeschichte und Germanistik in Marburg/Lahn und Kassel studiert, ist seit 1993 Magister mit einer Arbeit über das Pferd in der Malerei Christa Nähers, war im Anschluß assistierende Mitarbeiterin in verschiedenen Ausstellungsprojekten der Gruppe "Stoffwechsel" zu zeitgenössischer außereuropäischer Kunst, ist Doktorandin seit 1996 (Arbeitstitel: "Zur Darstellung und Bedeutung des Körpers in Videoinstallationen") und war Mitarbeiterin der documenta X (Führungsdienst). Seit Januar 1998 ist sie Mitarbeiterin am Forschungsprojekt "Intermedialität" am Wissenschaftlichen Zentrum für Kulturforschung/WZ II der Universtät/GhKassel. Mittwoch, 22.7.98, 21 Uhr,
Große Galerie,
Eintritt: 5 DM/4 DM