ausstellung

Der rettende Engel

Ausstellung vom 14. Dezember 1997 bis 25. Januar 1998,
dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.
Kunst von vielen zwischen 1989 und 1997 im ACC ausgestellten Künstlern zum Thema Engel.
Eröffnung am Sonntag, dem 14.12.1997 um 20 Uhr in der Großen Galerie. Führungen durch die Ausstellung jeden Sonntag 15 Uhr. Ebenfalls am 14.12.1997, Große Galerie, 16 Uhr: Adventsprogramm (nur für Förderkreis).

Auf Spaziergängen sammelte der Maler und Objektkünstler Gary Goodman (Brighton) mit seiner Tochter Tilda Vogelfedern, die nun als Engelsflügel das Antlitz seiner hundert Papp-Engel zieren, wenn sie dies- und jenseits des Galerietunnels für die Ausstellungsgäste Spalier schweben. Die Engel selbst fertigte er aus den Kartons von Tildas Medikamenten.

Ewig vereint zum folkloristischen Dauertanz rotieren in einer von Kerzen angetriebenen erzgebirgischen Weihnachtspyramide Kulturstadtgrößen als Heilsbringer und solche aus Weimars Vergangenheit um dieselbe Achse und drehen sich somit auch um die heimatliche Talentschmiede des gebürtigen Schneebergers Claus Bach.

Elizabeth-Jane Grose (London) hat Federn gesammelt, die über Weimar fliegende Engel verloren haben. Ordinäre Federn wurden früher benutzt, um Botschaften, Wörter niederzuschreiben. Engelsfedern, so lernen wir, können auch selbst Botschaften tragen, denn am Anfang war das Wort, das nun vom filigranen Objekt "The Word" getragen wird.

Ob nun mit dem Comic "3 Engel für Charlie" von Martin Krönert (Berlin), der Videoskulptur "Lichtbringer" von Prof. Herbert Wentscher (Weimar), den Zeichnungen "Durstiger Engel" von Richard Konvicka (Prag) und "Some Holy Stuff" von Nedko Solakov (Sofia), dem Fotobuch "Kleiner Film über einen Engel" von Ildar Nazyrov (St. Petersburg), dem Gemälde "The Saving Angel" von Franco Cilia (Sizilien) oder der Objektserie "Von S. gesegnet" von Bodo Korsig (Trier), ob mit Leuchtkästen, Papierschnitten oder einer ACC-Dachinstallation: Die 81. ACC-Ausstellung zeichnet sich schon im Vorfeld durch eine rege Künstlerbeteiligung aus und ist als Gemeinschaftsschau ausnahmslos beflügelter Kunst gewidmet. Der Engel "... ist Bote, Verkünder und Träger imaginativer Kräfte und als dieser Hermes wohl niemandem in unserer Welt näher als dem Künstler". Zum einen eine Referenz an den Engel als das "Andere", als Allegorie für ein nicht bestimmbares Wesen mit seiner Charakteristik des "Auftauchens und Verschwindens oder eines Daseins im Materiellen und zugleich im Immateriellen", ist die Weihnachtsausstellung andererseits ein Dankeschön der Künstler, die bislang im ACC ausstellten, an die 365-Tage-Engel und anderen Mitglieder des 1995 gegründeten ACC-Förderkreises und eine Möglichkeit, ein Kunstpräsent in Engelsform für den Gabentisch zu erwerben. 165 Künstler konnten bislang das ACC als Ausstellungsplattform nutzen und wurden zur Mitgestaltung der Ausstellung aufgerufen, 70 sagten bereits ihre Mitwirkung zu.

Die Zitate in Anführungszeichen stammen aus dem Ausstellungsflyer ":Engel:Engel" (Hrsg. Cathrin Pichler/Springer Wien/1997)