ausstellung

Willkommen im Freiluftinhalatorium

BECK: HAIR faellt aus!

Yvonne Kuschel und Beck aus Berlin zeigen in einer Gemeinschaftsausstellung Zeichnungen und Cartoons.
Eröffnung am 29. August 1997 um 20 Uhr mit den Künstlern.
30. August bis 12. Oktober 1997, dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Vor der ersten Design-Ausstellung des ACC, die im Oktober eröffnet wird, eine weitere Premiere in der Ausstellungsgeschichte der Großen Galerie: Mit der Kuschel-Beck-Schau zeigt sie erstmalig Cartoons und heitere Zeichenkunst, Comics und komische Grafik, ein künstlerisches Genres, das zumeist noch als minderwertige Witzekritzelei abgetan wird. Humorbegabung und Spötteln, Witz und Ironie sind Dauergast am Weimarer Burgplatz, gleichermaßen herzlich willkommen wie Kuschels kryptisch gekrakelte und surreal-poetische Arbeiten mit ihren hinterhältigen Kommentaren und Becks reduzierte, minimalistische Strichzeichnungen. Beck, 1958 in Leipzig geboren, brach Architektur- und Kunststudium ab, versuchte sich in verschiedenen Jobs, war Mitglied der Künstlergruppe PGH Glühende Zukunft und arbeitet jetzt am liebsten zuhause - als Cartoonist für verschiedene Tageszeitungen. Die 1958 in Danzig geborene Yvonne Kuschel kam mit vierzehn Jahren in die Bundesrepublik, studierte Design in Bielefeld, erhielt dort 1988 den Kulturpreis und schloß später ein Gaststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg an. Am liebsten, so sagt sie, wäre sie eine Art Bänkelsängerin, die mit und zu ihren Bildern Geschichten erzählt. Die schwerelosen und leicht verdaulichen Blätter beider spielen mit Erwartungen und Sehnsüchten, Verwirrungen und Mißverständnissen - bis zum bitteren Ende, bis zum Lächeln oder gar Lachen der betrachtenden Angesprochenen.

Yvonne Kuschel: GEBURTSTAG/TELEFON "Diese meist alltäglichen, manchmal doppeldeutigen Sätze, die Yvonne Kuschel hört, notiert und häufig in ihre Bilder versetzt, sind weder Zeichnungstitel noch Sprechblasen. Sie sind Teile der Bilder, und in ihrem neuen Zuhause, den Zeichnungen, stehen sie faszinierend und ein wenig fremd da, gewinnen aber plötzlich Boden und haben uns schon bezaubert. 'schlanke Taille ist ganz wichtig' weiß ein Bild, auf dem verschieden geformte Vasen zu betrachten sind. In einer steckt, bis zum Hals eingeschlossen, eine Frau. 'mein Auto hat total gesponnen' behauptet eine Zeichnung, auf der eine Frau zu sehen ist, nach deren Gestik zu urteilen das Gefährt zumindestens auf Bäume geklettert sein muß. 'ich bin ganz glücklich' heißt es in einer anderen Momentaufnahme, auf der ein zufrieden schnurrender Kater gezeichnet ist. In der Mitte des Bildes aber sitzt eine Frau, deren versonnener Blick zur Decke bekennt, daß die Welt im ganzen wohl doch eher mittelmäßig eingerichtet sei." (aus: Susanne Fischer, "Sie kennt untiefe Stellen")