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SPLASH!

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Die Videokameraden Nedko Solakov (Sofia), Pierrick Sorin (Nantes) und Gillian Wearing (London)
Ausstellung vom 29. Juni bis 22. August 1997, täglich von 12 - 18 Uhr geöffnet.
Eintritt: 5,- DM/ 3,- DM, Montag ist eintrittsfreier Tag

Studenten der Bauhaus-Universität Weimar zeigen paralell in der Kleinen Galerie Videoinstallationen (Stefanie Klekamp: "physis"; Michael Böhler, Franz Höfner, Harry Sachs: "Active Men")

Eingebettet ins Weimarer Kunstfest und als Dessert mit heiterem Nachgeschmack zu Basel, Kassel, Venedig und Münster zeigen die Videokameraden Nedko Solakov (Sofia), Pierrick Sorin (Nantes) und Gillian Wearing (London) zur 7. ACC-Sommerausstellung in der erweiterten ACC Galerie neue und neueste Videokunst. Die Sommerausstellungen des ACC sind seit 1991 Meilensteine seines Galerieprogramms: Bildende Künstler wie Sindy Sherman, William Wegman und Pierre und Gilles, die dem internationalen Kunstgeschehen entscheidende Impulse verliehen, wurden erstmalig der Öffentlichkeit in den fünf neuen Ländern vorgestellt. Im Auftrag von Nedko Solakov verführen 1997 fünf berühmte bulgarische Kunstkritiker Weimars historische Größen (Goethe, Schiller, Lucas Cranach, Charlotte von Stein, Liszt) ausnahmslos mit mimischen Mitteln vor laufender Kamera. In "Some of my capabilities" zeigt uns der Bulgare in einem kleinen Kämmerlein, was er mit seinem Körper alles kann. In "The Thief of Art" erinnern sich berühmte Museumsdirektoren an den Big Foot Yeti, der ihre Sammlung einst um ein wertvolles Stück erleichterte. Mini-Spektakel nennt der Selbst-Darsteller Pierrick Sorin seine Auftritte als unscheinbarer oder lächerlicher, seit zwei Jahren auch virtueller Antiheld, der im realen Schaukastenraum sein Unwesen treibt. In "Un spectacle de qualité" schaut der Betrachter durch ein Guckloch und findet sich in einer Badewanne voller Seifenwasser wieder. Während er gemütlich fernsieht, entsteigt dem Monitor in zahlreichen Variationen eine virtuelle kleine Figur, die eine Serie pseudo-artistischer Aktionen aufführt. "Stand E9", "L'homme fatigué" und "L'incident du bol renversé" gehören ebenfalls zum Repertoire. Den Passanten auf der Straße macht Gillian Wearing zum Gegenstand ihrer fast anthropologischen Video-Untersuchungen, die intime Innenwelten wie gesellschaftliche Phänomene bloßlegen. In "I'd like to teach the world to sing" fügt sie wildfremde Londoner Bürgerinnen, die nur eines gemeinsam haben - geblümte Kleider - puzzleartig zu einem Orchester flaschenblasender Musikantinnen zusammen, die gemeinsam den berühmten Song intonieren. Für ihre Videoprojektion "Slight Reprise" filmte Wearing fremde Menschen in ihren Schlafzimmern, dort, wo sie "normalerweise" in zurückgezogener Intimität zu den Solos ihrer Lieblingsrockbands "Luftgitarre" spielen. Im Rollentausch mit ihren Idolen heben sie von dieser Privatbühne als neue Eric Claptons ab in eine schönere Welt. "Dancing in Peckham" heißt die dritte Installation der jungen Londonerin, die 1997 für den Turner-Preis nominiert wurde. Zur Ausstellung erscheint eine CD-ROM.