Kopf an Kopf - Head to Head - Tête-à-Tête (1997)

Internationales Atelierprogramm der ACC Galerie und der Stadt Weimar (seit 1994)

Kontakt:
studioprogram@acc-weimar.de

Städtisches Atelierhaus

Das ACC-Atelierprogramm findet 1997 zum dritten Mal statt. "Kopf an Kopf - Head to Head - Tête-à-Tête" ist das Thema für 1997. Wiederum wurden junge europäische Künstler nach Weimar eingeladen, um in inhaltlicher Nähe zur Stadt zu arbeiten.

Salzbüsten. Die erste Stipendiatin des diesjährigen Programms war die Schwedin Asa Elzén. Elzéns wichtigstes Werkmaterial ist Salz. Sie haut und meißelt Steinsalz und Salzblöcke zu Skulpturen, deren Formen gleichzeitig Referenzen an die organische Substanz selbst sind und Assoziationen zur Bewahrung und Vergänglichkeit des Lebens, zu Schmerz und Tod wachrufen. In Verbindung zu diesem Hintergrund ihrer Arbeit hat sie die Büsten an besonderen Orten in Weimar aufgestellt, die einen Teil der Stadtgeschichte dokumentieren, und sie dort der Witterung und damit ihrer eigenen Vergänglichkeit ausgesetzt. Drei der Köpfe sind seit Mai 1997 für voraussichtlich ein Jahr an den umseitig beschriebenen Orten zu sehen. Um den Boden vor Salz-Belastungen zu schützen, wurden sie an ihrer Unterseite mit einer undurchlässigen Schale versehen.

Schildbürger. Die zweite Stipendiatin war die Engländerin Amanda Dunsmore aus Belfast, die von Mai bis August 1997 in Weimar lebte und zum diesjährigen Thema arbeitete. Die Künstlerin hat ihre verschiedenen Arbeitsfelder (Video, Installation, Objektkunst) genutzt, um u.a. kulturelle Verwandtschaften und Unterschiede zwischen Weimar und ihrer Wahlheimat Belfast künstlerisch zu untersuchen. Für ihr Weimar-Projekt verwendet sie 917 "entsorgte", d.h. ausgesonderte und ihr zur Verfügung gestellte Straßenschilder Weimars. Die Künstlerin will, daß durch die Schilder die Bürger mit ihrer eigenen Geschichte neu konfrontiert werden. Sie restaurierte und katalogisierte die Schilderflut und wird sie in verschiedenen Installationen in der gemeinsamen Ausstellung der diesjährigen ACC-Stipendiaten im Februar 1998 vorstellen.

Zeitgenossen. Dritter und letzter Stipendiat des Jahres 1997 ist Stefan Höller aus Düsseldorf, der von September bis Dezember 1997 in Weimar als letzter der drei von einer Jury ausgewählten Künstler zum Thema Kopf an Kopf arbeiten wird. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und erhielt ein DAAD-Stipendium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Während seines Studiums begann er als Gerichtszeichner zu arbeiten und wurde in den Prozessen gegen Erich Honecker, Markus Wolf sowie im Solingen-Prozeß akkreditiert. Höller in seiner Projektskizze für Kopf an Kopf: "Meinen Aufenthalt in Weimar möchte ich dazu nutzen, die altehrwürdigen Köpfe deutscher Klassiker vor Ort zu malen. In ihren Museen und einschlägigen Kultstätten will ich ihre Büsten aufsuchen, um mir von ihrer Präsenz bzw. ihrer heutigen Präsentationsform ein (Tafel-) Bild zu machen. (...) Auch die Herstellung klassischer Portraits Weimarer Zeitgenossen würde mich sehr interessieren - zeitgenössische Ein- und Anblicke in klassischer An- und Einsicht."

Die Stipendiaten des Jahres 1997 stellen ihre Arbeiten in der 83. Ausstellung (Kopf an Kopf) der ACC Galerie Weimar zur Schau.