Sprüche des Monats

spruch des monats März 2003

Lichtblick, als endlichen Punkt hinter alle Diskussionen zu setzen, die klären wollen, ob überhaupt und wie und warum der Mensch eine Chance haben sollte, als Spezies an sich oder, wie im 'Zarathustra' zu lesen, beseelt von 'furchtbarer Güte', die Zeiten human zu überdauern: 'Natürlich war er eifersüchtig auf seinen Chef, den Direktor der OPA, diesen Verrückten, der zehn Jahre jünger war als er und oft nur irgendwas mit einem Bleistift auf einen Zettel kritzelte - aber die Kritzeleien zeigten sehr wohl das, was letztendlich zu sehen sein würde für x-Hundertmillionen und wovon sie alle lebten. Die Vision! Die Welt existiert dank der Vision! Kein Gebäude, keine Symphonie, kein Roman oder Gedicht, kein Gemälde, kein Film, keine wissenschaftliche oder philosophische Theorie und keine Erfindung ohne einen zweifelhaften Menschen mit zunächst nur Bleistift und Papier.' Harry Mulisch, 'Vorfall', Variation zu einem Thema, in: Harry Mulisch, 'Die Grenze', Erzählungen, aus: 50 einmalige Sonderausgaben der Verlage Fischer, Kiepenheuer & 'Witsch und Rowohlt, Januar 2003

spruch des monats Februar 2003

"Im Foyer des 'German House' läuft gerade 'Tierärztin Dr. Mertens', als Gunter Pleuger zum Essen hereinkommt. Den ganzen Tag lang laufen solche Programme auf dem Großbildfernseher der deutschen Vertretung in New York. Serien über Landärzte, Gutsbesitzer, Förster und zwischendurch die 'Tagesschau'. So ist Deutschland. Grün, ungefährlich, heilbar. (...)" In dieser Woche übernimmt Deutschlands Uno-Botschafter Gunter Pleuger den Vorsitz im Sicherheitsrat. Er muss über Krieg und Frieden verhandeln. Er hat sein Leben lang dafür trainiert, Entscheidungen anderer zu vertreten.
(DER SPIEGEL, 5/2003, vom 27. Januar 2003. DIPLOMATEN, "Der Stellvertreter", von Alexander Osang)

Aufruf: "Nicht in unserem Namen" - Der Anti-Kriegs-Aufruf von Künstlern und Wissenschaftlern im Netz (SPIEGEL ONLINE) http://www.spiegelonline.de
US-Site: "Not in our name" (http://www.nion.us) Am 27. Oktober 2002 wurde die Erklärung auch von der 15. Generalversammlung der "International Association of Art" (IAA) verabschiedet.

spruch des monats Januar 2003
"Muße ist die Schwester der Freiheit"
(Sokrates)

spruch des monats November 2002
"Es sieht so aus, als gäbe es den künstlichen Menschen bereits. Nicht nur im Theater! Der künstliche Mensch steht mit vollem Bauch auf dem Markt, studiert die Auslagen und hat ein gebratenes Ei auf dem Kopf."
Puppentheater Waidspeicher. Künstlicher Mensch (Arbeitstitel), Ensemblearbeit, Premiere am 4.4.2003

spruch des monats Oktober 2002
"Dieser Schrott: Das sind Tausende von Paragrafen und Fußnoten, von Querverweisen und Durchführungsverordnungen, die erklären sollen, was keiner mehr versteht: das deutsche Steuerrecht."
Der Spiegel, 18.5.2002, REFORMEN, Ulrich Schäfer, Testlabor Balkan .

spruch des monats September 2002
Der Mensch träumte und baute Maschinen, nach einiger Zeit fingen die Maschinen an zu träumen und vergaßen den Menschen
(Unbekannt)

spruch des monats August 2002
'ey aziz inson! asta bos quadam, chnuki shu tuproq quchar ham.' (Usbekisch)
Hey lieber Mensch! Langsam lenke deine Schritte, denn diese Erde umarmt auch dich.

spruch des monats Juli 2002
Ein neuer Arbeitstag beginnt. Den gilt es noch während der ersten Tageshälfte auszunützen. Denn, hat die Sonne ihren höchsten Stand einmal erreicht, heißt es "Madhar gusäscht, aftab nischäst". Sinngemäß bedeutet dieses: Von jetzt an lohnt es sich nicht mehr, etwas anzufangen. Morgen, nachdem die Sonne wieder aufgeht, kommt auch ein neuer Tag an den Himmel. Man kann dann immer noch sehen, was werden soll. Tadschikisches Sprichwort

spruch des monats Juni 2002
"Schrecklich genug, dass Gott nicht existiert, aber versuchen Sie mal, am Sonntag einen Klempner aufzutreiben." (Woody Allen)

spruch des monats Mai 2002
"alles schön flott, locker und auch albern, lächerlich, flach. das ist aber, das muss nicht unbedingt schlecht sein, das flache, diese fläche. das kann auch eine rettung sein." (Felicia Zeller. Aus: Bier für Frauen)

spruch des monats März 2002
"Es ist einfach angenehm, wenn es angenehm ist." (Ursula Eggli. Aus dem Folder zur Ausstellung "der imperfekte mensch. vom recht auf unvollkommenheit". Martin-Gropius-Bau Berlin. 16. 3. bis 2.6.2002)

spruch des Monats Januar 2002:
Demokratie beruht auf drei Prinzipien: auf der Freiheit des Gewissens, auf der Freiheit der Rede und auf der Klugheit, keine der beiden in Anspruch zu nehmen. (Mark Twain)

spruch des Monats Dezember 2001:
Abrechnen ist besser als Veranstalten. (Volksweisheit)

Unter diesem Motto gestaltet das ACC-Team den Monat Dezember.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis und bitten die sesshaften Götter Soll und Haben um ihr geduldiges Ausharren bei den Geburtswehen des zahlenmäßigen Ausdrückens unserer Aktivitäten.

Für unser Publikum, alle Freunde und Gönner nutzen wir die Schonzeit und tauchen ab in die Performances von Plus und Minus, Sein oder Nichtsein.

Ihnen allen ein recht schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 1 des EUROs!

spruch des Monats November 2001:
Um ernst zu sein, genügt Dummheit, während zur Heiterkeit ein großer Verstand unerläßlich ist. (Shakespeare)

spruch des Monats Oktober 2001:
Wer sich mit Dreck überwirft, geht, ob als Sieger oder Besiegter, beschissen davon. (Martin Luther)

spruch des Monats September 2001:
Es gibt eine Art der Selbstbedienung, die nervt. Die Franzosen nennen es bissig-charmant "das Glück korrigieren". Da das immer zum Nachteil des vorherigen Sachverwalters oder glücklichen Besitzers geht, der ja auch oft zu den sich mühsam ernährenden Eichhörnchen gehört, müßte vor Seitenwechsel der begehrten Gegenstände der als Betroffener in Anspruch genommene Tauschpartner über den Zeitraum einer Rückgabe informiert oder ein angemessenes Tauschgeschäft in Betracht gezogen werden können. (Kyonga Kagame)

spruch des Monats August 2001:
Faszination und verstehenwollen der Fremde hin und her - für mich ist Reisen der Luxus, Anderes zu genießen, ohne dessen Alltag bestehen zu müssen. Und Luxus - mit Stil und ohne schlechtes Gewissen faul sein - ist nun wirklich das erste Ziel aller Bemühungen." (Petrarca)

spruch des Monats Juli 2001:
"Bald werden die Unternehmen die Länder ersetzt haben. Dann ist man ... Markenbewohner, lebt in Microsoftien oder Macdonaldland." (aus "39,90", Roman wider die Werbe- und Konsumgesellschaft vom französischen Provokateur Frédéric Beigbeder, neu im Rowohlt Verlag. Entnommen aus "Schnell und leise fünf Milliarden" von Uwe Jean Heuser, DIE ZEIT, Nr. 21, 17. Mai 2001, S. 28)

spruch des Monats Juni 2001:
Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer. (Chinesisches Sprichwort)

spruch des Monats Mai 2001:
Zeit haben nur diejenigen, die es zu nichts gebracht haben, und damit haben sie es weitergebracht als alle anderen. (Giovanni Guareschi)

spruch des Monats April 2001:
Wen du einem Freund fünf Dollar borgst, und er läßt sich nie wieder bei dir sehen, ist das Geld gut angelegt.
(Paul Getty)

spruch des Monats März 2001:
Der Rückzug ins Private zerstört die Grundlagen des Gemeinwesens. Ohne Abschied vom coolen Habitus der Ironie wird die nötige Erneuerung der Politik nicht möglich sein. (...) Der Ironie liegt Angst zugrunde - die Furcht vor Täuschung, vor Verrat und Demütigung, der Argwohn, dass alles Glauben, Hoffen oder Anteilnahme immer in Enttäuschung enden kann.
(Aus dem Essay "Das Elend der Ironie. Wo der Zeitgeist im Fitnisscenter weht, stirbt das öffentliche Leben". Plädoyer für eine neue Politik / von Jededia Purdy. DIE ZEIT Nr. 37/Sept. 2000).

spruch des monats Februar 2001:
Es gibt keine wirklich guten Sprüche. Gehen Sie doch mal wieder zum Frisör. Noch besser ins Kino. Oder erklären mir jetzt sofort, ......

spruch des monats Januar 2001:
Es gibt keine wirklich guten Sprüche. Sehen Sie doch zur Abwechslung mal in den Spiegel. Oder erklären mir jetzt sofort, warum das neue Jahrtausend erst mit dem 1.1.2001 begonnen hat.

spruch des monats Dezember 2000:
Wer immer die Wahrheit sagt, dem kann es passieren, daß er früher oder später dabei ertappt wird.
(Oscar Wilde)

spruch des monats November 2000:
Wo die Pferde versagen, schaffen es die Esel.
(Johannes XXIII., Papst (*Angelo Giuseppe Roncalli, 1881-1963 der "Friedens- und Konzilspapst" des 20. Jahrhunderts)

Spruch des Monats Oktober 2000:
Daß ich freundlich zu Ihnen bin, bedeutet nicht, daß Sie im Anschluß daran um Ihre Vormachtstellung kämpfen dürfen, eines vermeintlichen Vakuums wegen. Ich bin Ihnen überlegen, weil ich freundlich zu Ihnen bin.
(Kollwitz)

Spruch des Monats September 2000:
Investieren Sie in Cuba - es ist das einzige Land ohne das Risiko einer kommunistischen Revolution.
(Fidel Castro)

Spruch des Monats August 2000:
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
(Erich Kästner)

Spruch des Monats Juli 2000:
Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.
Karl Valentin

Spruch des Monats Juni 2000:
Ein Drache im seichten Wasser wird zum Gespött der Krabben
Geschrieben im zehnten Monat von Chang Ta-Ch'ien in der Wasserlinsen-Halle auf die achte Seite seines Skizzenheftes

Spruch des Monats Mai 2000:
Wenn du das Fleisch von den Knochen pflückst, dann ist das ein Fest, und du musst so sehr darauf brennen und so herzensfroh und glücklich sein, wie ein Liebhaber, der seinem Mädchen zum ersten Mal aus dem Mantel hilft.
(Zitat aus einem Text von Sophia Kosmaoglou in der Übersetzung von Julia Draganovic frei nach Hermann Hesses "Der Steppenwolf")

Spruch des Monats April 2000:
Kaufen ^, halten > oder verkaufen v?

Spruch des Monats März 2000:
In der letzten Phase einer Kultur überwiegt das Interesse an der Form.
(Oswald Sprengler in 'Der Untergang des Abendlandes')

Spruch des Monats Februar 2000:
Über Kunst redet man am besten mit Bankiers. Über Geld mit Künstlern.
(Jean Sibelius)

Spruch des Monats Januar 2000:
Kultur ist, wenn man trotzdem lacht.
(Stilblüte)

Spruch des Monats Dezember 1999:
Heile, heile Segen, morgen gibt es Regen, übermorgen Schnee, dann tut es nicht mehr weh.
(Volksweisheit)

Spruch des Monats November 1999:
Keiner ist der der er sein wollte als er es war.
(P.P. Passolini)

Spruch des Monats Oktober 1999:
Zwei Fragen sollte sich jeder intelligente Mensch immer wieder stellen: 1. Warum hat Gott die Welt erschaffen und 2. was mache ich demnächst!
(Orson Welles)

Spruch des Monats September 1999:
Eine kleine Geste kann, wenn sie richtig ausgenutzt wird, großen Einfluss auf eine Regierung ausüben, und es ist ja allseits bekannt, dass Mahatma Ghandis Beharren darauf, seinen Salat ohne Essig und Öl zu essen, die britische Regierung so beschämte, dass sie in vielem nachgab.
(Woody Allen)

Spruch des Monats August 1999:
Die erste Pflicht der Musensöhne ist, daß man sich ans Bier gewöhne.
(Wilhelm Busch)

Spruch des Monats Juli:
Vielleicht dient man den Menschen wirklich am besten, wenn man ihnen nur kleine Erfrischungen reicht.
(Woody Allen)

Spruch des Monats Juni:
KÜNSTLER: Wer seinen Eltern wirklich was antun will und nicht den Mumm hat, schwul zu sein, sollte Künstler werden.
(Kurt Vonnegut, zeitgenössischer amerikanischer Schriftsteller)

Spruch des Monats Mai 1999:
Welcher Künstler wird schon mit offenen Armen aufgenommen. Der muß eine ganz schöne Scheiße servieren, um gleich akzeptiert zu werden.
(Herbert Achternbusch)

Spruch des Monats April 1999:
Freunde bedenkt, dass die Bakterien uns von der anderen Seite des Mikroskops betrachten.
(Dieter Hildebrandt, Eintrag ins Gästebuch des ACC nach seinem Gastspiel am 4.9.95)